VP-Stiftner: Flugroutenfestlegung muss Kernstück des UVP-Verfahrens sein

Wien (OTS) - "Selbstverständlich ist ein den Anforderungen des modernen Flugverkehrs entsprechender Flughafen für den Wirtschaftsstandort Wien von großer Bedeutung, aber der Flughafenausbau darf nicht auf Kosten der Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener gehen", so der Umweltsprecher der ÖVP Wien, LAbg. Roman Stiftner, angesichts des heutigen Abschlusses der UVP-Verhandlung. Es sei aber nicht einzusehen, dass gerade die für die Lärmbelastung entscheidenden Flugrouten nicht Teil des UVP-Verfahrens sein sollen. Das wäre genauso, als würde man einen UVP-Bescheid für eine Straße erstellen, aber dabei nicht untersuchen, welche Auswirkungen die darauf fahrenden Autos auf die Umgebung haben. Mit großem Aufwand wurde ein Mediationsvertrag zwischen dem Flughafen und den Bürgerinitiativen vereinbart. Es sei daher unverständlich, dass die dort festgelegten Richtlinien für die Lärmgrenzwerte nicht in das UVP-Verfahren integriert werden sollen, sondern der Flughafen die höheren Werte des Umgebungslärmgesetzes zur Grundlage nehme. Stiftner lehnt daher die im UVP-Antrag angenommenen höheren Lärmgrenzwerte ab, und fordert die Einhaltung des Versprechens vom Flughafen und der Stadt, wonach es für die Wiener Bevölkerung durch die 3. Piste zu keiner stärkeren Belastung durch Fluglärm kommen werde.

Im Gegenteil: bis dato habe der Flughafen beteuert, dass es durch die 3. Piste zu einer Entlastung für die lärmgeplagte Bevölkerung im Süden Wiens kommen werde. Daher ist auch nicht einzusehen, warum höhere Lärmgrenzwerte als die im Mediationsvertrag vorgesehenen für das UVP-Verfahren festgelegt werden sollen. Genauso wenig dürfe es statt der vereinbarten fairen Verteilung zugunsten der dicht besiedelten Gebiete zu einem weiteren Anstieg der Flugbewegungen insbesondere in Liesing kommen. Hier wird von den UVP-Gutachtern eine 250prozentige Zunahme prognostiziert, was den Zusicherungen widerspricht, dass eine 3. Piste zu Entlastungen der lärmgeplagten Liesinger Bevölkerung führen soll. "Bei allem Verständnis für die Bedürfnisse des Wirtschaftsstandortes Wien und seiner Umgebung ist eine weitere Zunahme der Lärmbelastung nicht zumutbar und würde zu weiteren Entwertungen und indirekten Enteignungen der Grundstücke führen", meint Stiftner.

Eine Aufweichung der Festlegungen des seinerzeitigen Abkommens zwischen Gemeinden und Bürgerinitiativen und dem Flughafen Wien durch den UVP-Bescheid dürfe auf keinen Fall erfolgen, betont Stiftner. Das UVP-Verfahren müsse natürlich auch die Auswirkungen eines zusätzlichen An- und Abreiseverkehrs berücksichtigen, da bis zu 50 Prozent der CO2-Emissionen des Flughafens auf den Passagiertransfer von und zum Flughafen zurückzuführen seien. Daher ist die Verkehrsentwicklung rund um den Flughafen durch Maßnahmen einzudämmen. Vorschlagsweise sollten die Mitarbeiter des Flughafens verstärkt mit Sammelbussen oder Fahrgemeinschaften zu ihren Arbeitsplätzen auf dem Flughafen gebracht werden. Auch an den Erwerb von Flugtickets gebundene Freifahrten auf öffentlichen Verkehrsmitteln für Flugzeugpassagiere wären ein wesentlicher Anreiz für eine nachhaltigere Anreise zum Flughafen. Zusätzlich zu fordert Stiftner bessere Schnellbahnanschlüsse zu den verschiedenen Verkehrsknotenpunkten Wiens.

"Der UVP-Bescheid muss daher die Einwände hinsichtlich der Lärmbelastung berücksichtigen und mit entsprechenden Auflagen die technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sowohl die Kapazität des Flughafens erweitert werden kann, als auch gleichzeitig die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener durch den Bau der 3. Piste nicht beeinträchtigt wird", so Stiftner abschließend.

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