Schweinebauern demonstrieren gegen Verbot des Ferkelschutzkorbes

"Tierschutz-Minister Stöger ist ein Ferkel-Killer - Stögers Ideen sind absurd"

Ried (OTS) - Die österreichischen Schweinebauern machten auf der Rieder Messe auf das Ferkelsterben aufmerksam, das Österreich droht. Unter dem Motto "Bundesminister Stöger will Ferkeltod" demonstrierten mehr als 2.000 Schweinebauern aus ganz Österreich und ernteten große Zustimmung von den Gästen. Bundespräsident Heinz Fischer wurde eine "Ferkelschutz-Petition" übergeben. Wie wichtig eine Lösung in der Diskussion zum Ferkelschutzkorb ist, zeigt eine Diskussionsveranstaltung heute Nachmittag, bei der Betroffene bei Bundesminister Niki Berlakovich die Fakten darlegen und ihre berechtigten Befürchtungen äußern können.

Die Schweinebauern nutzten die heurige internationale Landwirtschaftsmesse in Ried, um auf die prekäre Lage in der Diskussion zum Ferkelschutzkorb aufmerksam zu machen. Rund 2.000 Demonstranten hatten sich im Messezentrum in Ried versammelt, um ihrem Ärger gegen den einseitigen Verhandlungsabbruch durch Gesundheitsminister Alois Stöger in der Ferkelschutzkorbdebatte Luft zu machen. Unter den Teilnehmern und Zaungästen wurden T-Shirts mit Sprüchen wie "BM Stöger will Ferkeltod" und "Ich will mein Schnitzel aus Österreich" verteilt, um die Situation auf den Punkt zu bringen.

In der abschließenden Kundgebung wurde Bundespräsident Heinz Fischer eine "Ferkelschutz-Petition" sowie eine Protestnote mit über 15.000 Unterschriften übergeben und damit auf die Tragweite einer bevorstehenden Entscheidung hingewiesen. "Die Rechtsunsicherheit und das drohende Verbot des Ferkelschutzkorbes zwingen die Schweinebauern Taten sprechen zu lassen. Denn offenbar will Stöger den qualvollen Tod von rund 500.000 Ferkeln jährlich bewusst in Kauf nehmen. Anders können wir uns nicht erklären, warum die Verhandlungen nicht wieder aufgenommen werden. Wir sind nach wie vor kompromissbereit und fordern gerade im Sinne des Tierschutzes eine praktikable Lösung", betont Georg Mayringer, Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Schweinebauern.

Erst kürzlich hatte Bundesminister Alois Stöger die Verhandlungen mit den Schweinebauern platzen lassen und will nun ein völliges Verbot des Ferkelschutzkorbes durchsetzen - mit der Konsequenz, dass nicht nur jährlich mehrere Hunderttausend Ferkel sterben müssten, sondern auch der Großteil der österreichischen Schweinezuchtbetriebe vor dem finanziellen Ruin stehen würden.

Wie sehr Stöger mit seiner Linie politisch danebenliegt, belegt eine Umfrage der niederösterreichischen Bäuerinnen, die im Mai 2011 durchgeführt wurde. Konsumenten wurden befragt, wie wesentlich es für sie sei, woher das Fleisch für ihr Schnitzel und ihren Schweinebraten kommt: Nur 1,6 Prozent (35 von 2243 Befragten) war es "egal", woher künftig ihr Schweinefleisch kommt.

Um 15:30 Uhr haben betroffene Bauern bei einer Podiumsdiskussion mit Bundesminister Niki Berlakovich, LK Vizepräsident Franz Reisecker und VLV/VÖS-Obmann Walter Lederhilger im VLV-Treff (Halle 34) die Möglichkeit, ihre Sorgen und Ängste kundzutun. Bei einem totalen Verbot des Ferkelschutzkorbes stehen die kleinstrukturierten, österreichischen Schweinezuchtbetriebe - der österreichische Durchschnittszüchter besitzt 50 Tiere, in Dänemark liegt diese Zahl bei 1.200 - vor dem Existenzende. Denn die österreichischen Schweinebauern könnten nicht mit Billigimporten aus dem EU-Ausland konkurrieren - aus Ländern in denen der Ferkelschutzkorb keineswegs verboten ist. Diese absurde Situation droht Österreich, sollte der Ferkelschutzkorb wirklich abgeschafft werden: Künftig würden die Österreicher nicht mehr Schweinefleisch von heimischen Bauern essen, sondern Fleisch das aus dem Ausland stammt - wo die Schweine noch viel längere Zeit im Ferkelschutzkorb verbringen müssen, als in Österreich.

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