Vollzugsdirektion: Bewusste Täuschung durch entflohenen Häftling N.B.

Wien (OTS) - Der zwischenzeitlich wieder in Haft befindliche Insasse N. B. ist durch eine Verkettung missverständlicher Umstände aus der Justizanstalt Wien-Josefstadt entkommen. Dies hält die Vollzugsdirektion als zuständige Oberbehörde für den Strafvollzug fest und widerspricht somit aktuellen Medienberichten.

Der Häftling wurde weder namentlich zur Entlassung aufgerufen noch gelang ihm durch Vorweisen eines falschen Ausweises die Flucht. Vielmehr hat sich der Insasse bewusst als jemand anderes ausgegeben und so die diensthabenden Beamten getäuscht.
Zudem hat N.B. während des komplexen Entlassungsvorganges in mehreren Etappen falsche Angaben gemacht und sogar die ihm auf Grund der Verwechslung ausgefolgten persönlichen Gegenstände des rechtmäßig zu Entlassenden angenommen - deren Übernahme wurde durch N.B. mit seiner Unterschrift bestätigt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste der Häftling also, dass er offensichtlich von den Beamten verwechselt worden war. Dennoch reklamierte er bei der Übernahme nicht, dass seine persönlichen Gegenstände, die in Anzahl und Wert die ihm fälschlicher Weise ausgefolgten deutlich überschritten, fehlen.

N.B. steht nun ein vollzugsinternes Ordnungsstrafverfahren bevor, in dessen Rahmen er u.a. zu einer Geldbuße verurteilt werden kann. Die Entscheidung darüber trifft die zuständige Anstaltsleitung, da eine Flucht aufgrund der geltenden gesetzlichen Bestimmungen kein gerichtlich strafbarer Tatbestand ist.

Als Konsequenz dieses Vorfalles wurde der Entlassungsvorgang in der Justizanstalt Wien-Josefstadt zwischenzeitlich organisatorisch neu strukturiert - zusätzlich wird ein biometrischer Kontrollvorgang (Fingerprint-Scan) eingeführt, sodass weitere derartige Vorfälle ausgeschlossen werden können.

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Mag. Cornelia Leitner
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