FV-Hotellerie: Neue Steuern gefährden Wirtschaftswachstum und schaffen Verunsicherung

Ennemoser zur Steuerdebatte: "Fokus auf Wertschöpfung und nicht auf Umverteilung legen!"

Wien (OTS/PWK627) - Der Obmann der heimischen Hotellerie Klaus Ennemoser hat für die neuerliche Diskussion um die Wiedereinführung von Vermögens- und Grundsteuer lediglich ein Kopfschütteln übrig:
"Wird das Geld in den öffentlichen Kassen knapp, gerät die aktuelle Diskussion stets in eine Schieflage. Statt darüber nachzudenken, wie der Kuchen größer werden kann, wird um die letzten Brösel heftig gestritten!" Die SPÖ-Forderung, privates Finanzvermögen jenseits der Ein-Millionen-Euro-Grenze zu besteuern, trage, so Ennemoser, lediglich zur allgemeinen Verunsicherung bei.

Ausgabenseitige Reformen und Einsparungen statt neuer Belastungen für die Wirtschaft

"Jeder denkende Mensch weiß, dass gegen die hohe öffentliche Verschuldung Schritte gesetzt werden müssen. Doch diese sollten überlegt sein und dürfen keinesfalls das ohnedies labile wirtschaftliche Wachstum stoppen", warnt der Sprecher der heimischen Hotellerie. Gerade am Beispiel der Hotellerie sei erkennbar, wie kontraproduktiv die Forderungen nach der Wiedereinführung von Vermögens- und Grundsteuern sind. In der Hotellerie sind nämlich gute Lagen die Voraussetzung für den Betrieb. Grund und Boden sind also Betriebsmittel, die nicht dem privaten Wohlstand zuzurechnen sind. Für Ennemoser wäre eine Anpassung der Grundsteuer an den Verkehrswert nicht nur wirtschaftlich katastrophal: "Wir alle wünschen uns hohe Sozialstandards. Diese müssen jedoch erst verdient werden." Eine Verteilung von einer zur anderen Seite greife daher langfristig zu kurz. Statt eine - aus wirtschaftlicher Sicht - unsinnige Steuer einzuführen, wäre es viel ertragreicher, ausgabenseitig Kosten für vermeidbare Doppelgleisigkeiten und Bürokratie einzusparen.

Vermögenssteuer zerstört betriebswirtschaftliche Strukturen und Arbeitsplätze

Für Ennemoser kann eine Überarbeitung des Steuersystems, Hand in Hand mit der notwendigen Budgetsanierung, nur funktionieren, wenn Wertschöpfung belohnt und Wertvernichtung sanktioniert wird. "Eine Politik, die sich jahrelang über die Grundrechenarten hinwegsetzt, kann niemals erfolgreich sein", kritisiert Ennemoser, der überzeugt ist: "Vermögenssteuern zerstören Arbeitsplätze und gesunde betriebswirtschaftliche Strukturen." Der Fachverbandsobmann hofft daher auf die Unterstützung durch den Koalitionspartner, denn: "Ohne Wirtschaftskompetenz wird es keine Gesundung des Staatshaushaltes geben."

Gerade die heimische Hotellerie habe während der vergangenen Krisenjahre bewiesen, dass Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum einander bedingen. "Hier die letzten noch gesunden Bastionen verstärkt zu melken, wird nicht zum erwünschten Ziel sanierter öffentlicher Budgets führen", so Ennemoser abschließend.

Fachverband Hotellerie

Der Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich vertritt 18.000 Beherbergungsbetriebe mit 1,05 Millionen Betten. Mehr als 8.000 Beherbergungsbetriebe sind mit 23.000 geprüften Sternen klassifiziert. Mit 125 Millionen Nächtigungen jährlich legt Österreichs Hotellerie einen wichtigen Grundstein für eine direkte Wertschöpfung im Tourismus von 15,2 Milliarden Euro. Jeder fünfte Vollzeitarbeitsplatz wird im Tourismus und in der Freizeitwirtschaft generiert. Zum Thema "Grund- und Vermögenssteuern" hatte der Fachverband Hotellerie bereits im Oktober 2010 ein Positionspapier erarbeitet. (ES)

Link zum Positionspapier "Grund- und Vermögenssteuern"
http://portal.wko.at/wk/dok_detail_file.wk?AngID=1&DocID=1473298&StID
=582529

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