Rumänien wird Verbot der konventionellen Legebatterien ab 2012 missachten

Landwirte verwendeten EU-Mittel zum Bau konventioneller Käfige

Wien (OTS) - Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN warnt davor, dass sich mehrere Legebetriebe in Rumänien nicht an das EU-weite Verbot von konventionellen Käfigbatterien ab dem 1. Januar 2012 halten werden.

Die EU-Kommission hat das Verbot 1999 verabschiedet. Das heißt, europäische Landwirte hatten 12 Jahre Zeit, um ihre bestehenden Anlagen umzurüsten. In Rumänien ist die Direktive 74/EC/1999 in 2003 beschlossen worden, die Landwirte hatten also acht Jahre Zeit für Umbaumaßnahmen. Einige rumänische Farmen, die sich nachweislich nicht an das EU-Verbot halten werden, haben im Jahr 2006 sogar noch EU-Mittel dazu verwendet, bestehende Anlagen auf konventionelle Käfigbatterien umzurüsten.

Bei einem Treffen von VIER PFOTEN mit den zuständigen nationalen Behörden und dem Präsidenten des rumänischen Geflügelverbands wurde die Tierschutzorganisation auf die nicht umgerüsteten Anlagen aufmerksam. Laut Geflügelverbandssprecher werden acht Prozent der rumänischen Eierproduktion bis mindestens 2014 aus konventionellen Legebatterien stammen. (1) Grund seien einige Farmen in der Nähe von Braila und Gaesti, die EU-Mittel falsch verwendet haben. Die noch größere Überraschung sei aber laut VIER PFOTEN gewesen, dass die anwesenden Behörden auf diese Information nicht reagiert haben. "Wir haben ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, das bestätigt, dass alle konventionellen Legebatterien zum Ende des Jahres schließen müssen. Das sollte eine Warnung für die rumänischen Behörden sein und ein Weckruf an die EU-Kommission, streng durchzugreifen", sagt Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN International.

VIER PFOTEN hat sich schriftlich an alle EU-Mitgliedsstaaten gewandt und nach dem aktuellen Stand der Vorbereitungen für das Verbot der konventionellen Legebatterien gefragt. Einige Staaten haben inzwischen geantwortet und es stellt sich heraus, dass die Staaten, die der Regelung fristgemäß nachkommen werden, besorgt sind, dass es zu unfairem Wettbewerb mit Ländern kommen wird, die das Verbot missachten werden. Erst letzte Woche hat eine VIER PFOTEN Recherche enthüllt, dass polnische Eier aus konventionellen Legebatterien in einer deutschen Supermarktkette verkauft werden.

"Es ist traurig, dass sich Rumänien somit selbst auf die schwarze Liste setzt. Die Landwirte handeln wettbewerbsverzerrend und unfair gegenüber denjenigen Betrieben und Staaten, die sich für die Einhaltung des Verbots eingesetzt haben. Die EU-Kommission muss gegen diese offensichtlichen Rechtsverstöße rigoros vorgehen", ergänzt Stadler.

Konventionelle Käfige für Legehennen (auch bekannt als konventionelle Legebatterien) werden in der EU verboten, da die Hühner darin ihr natürliches Verhalten nicht ausleben können. Die Tiere leiden unter akutem Platzmangel, fehlendem Tageslicht und mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten. Die gestressten Tiere verletzen sich gegenseitig, viele sterben frühzeitig.

VIER PFOTEN ruft die rumänischen Behörden dazu auf, mehr Kontrollen durchzuführen bzw. alle konventionellen Legebatterien noch vor Ende 2011 endgültig abzuschaffen. Die EU-Kommission sollte ein EU-weites Handelsverbot für Eier aus Ländern verhängen, die sich nicht an das Verbot der konventionellen Legebatterien halten. Händler sollten Eier aus konventionellen Käfigen aus ihrem Sortiment nehmen.

(1) Laut EU-Direktive 74/EC/1999 sollten alle Mitgliedsstaaten den Stand ihrer Vorbereitungsmaßnahmen für das Verbot der konventionellen Legebatterien bis zum 1. April 2011 an die EU melden. Laut diesem Bericht hielt Rumänien zu diesem Zeitpunkt 1.739.452 Hennen in Legebatterien. Ende des Jahres werden es voraussichtlich immer noch 700.000 Hennen sein. Die Daten wurden von Eurogroup for Animals von der EU-Kommission angefordert:
http://www.ots.at/redirect/eurogroupforanimals.org

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