Greenpeace: Weiterhin kaum Angebote für Getränke in Mehrwegflaschen

Initiative "Bewusst kaufen in Aktion" des Umweltministers inhaltsleerer Marketing-Gag

Wien (OTS) - Getränke in Mehrweg-Flaschen bleiben in Österreichs Supermärkten weiterhin die Ausnahme. Das ist das Fazit einer aktuellen Untersuchung der Getränke-Angebote in den Werbe-Flugblättern der Supermärkte durch das Team des Greenpeace-Konsumentenportals marktcheck.at. Selbst während der aktuell seit 1. September laufenden Initiative "Bewusst kaufen in Aktion" des Lebensministeriums und des Handels werden in Österreich Supermärkten kaum Getränke in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen angeboten. Die Aktion soll laut Homepage Konsumenten beim Kauf nachhaltiger Produkte unterstützen. Umweltschonende Verpackungen wie Mehrwegflaschen aus Glas sind dabei explizit erwähnt. "Die Initiative Bewusst Kaufen in Aktion entlarvt sich selbst als inhaltsleerer Marketing-Gag. Mehr Schein als Sein wäre wohl die bessere Namenswahl gewesen", so Claudia Sprinz Konsumentensprecherin von Greenpeace, "Es ist höchste Zeit, dass Umweltminister Berlakovich endlich wieder gesetzlich verbindliche Mehrweg-Quoten verankert. Wenn er weiter auf freiwillige Initiativen des Handels hofft, werden bald die letzten Mehrwegflaschen aus den Regalen verschwunden sein", fordert Sprinz.

Die Greenpeace-Untersuchung zeigt zudem auf, dass Getränke in Mehrwegflaschen in Flugblättern oft sogar teurer angeboten werden als das gleiche Getränk im Einweggebinde. Und auch in den Supermärkten vor Ort mangelt es an entsprechender Kennzeichnung von Getränken in Mehrwegflaschen "Unsere Recherchen zeigen schonungslos auf, dass der Handel seit November 2010 keine nennenswerten Maßnahmen getroffen hat, um die systematische Ressourcenvergeudung und Energieverschwendung durch Einweggebinde zu beenden. Ganz im Gegenteil, Mehrweg-Gebinde werden in den heimischen Getränke-Regalen zunehmend zum Minderheitenprogramm", kritisiert Sprinz das fehlende Angebot der Handelsketten.

Untersucht wurden Flugblätter, die von den Handelsketten Billa, Eurospar, Hofer, Interspar, Lidl, Merkur, Penny, Spar und Zielpunkt von November 2010 bis Anfang September 2011 an alle Haushalte in Wien und NÖ ausgesandt wurden. Von 2.470 Getränke-Angeboten in Flugblättern der bekanntesten Handelsketten in Österreich, die innerhalb dieses Zeitraums in der Region Wien und NÖ gesammelt wurden, waren nur 394 (15,95 Prozent) für Getränke in Mehrwegflaschen. 384 Mehrweg-Angebote gab es bei Bier. In den untersuchten Flugblättern wurden aber nur 7 Mal Mineralwasser, 3 Mal Fruchtsaft und keine einzige Limonade in der Mehrwegflasche angeboten. In mehreren Fällen war Bier in Mehrwegflaschen teurer als das gleiche Getränk der gleichen Menge im vergleichbaren Einweggebinde.

Bereits im November 2010 hat die Umweltorganisation kritisiert, dass Bier, Limonade, Fruchtsaft oder Wasser in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen zu günstigen Preisen kaum zu finden sind. Daran hat sich Monate später kaum etwas geändert, obwohl am 1. September die Kooperation des Lebensministeriums mit dem Handel "Bewusst kaufen in Aktion", vormals "Nachhaltige Wochen", begonnen hat. Gemäß der Website "bewusstkaufen.at" soll die grüne Aktionsmarke das bringt's nachhaltig Produkte kennzeichnen, die umweltschonend verpackt sind, z.B. in Mehrwegflaschen aus Glas. Schaut man sich die Getränkeregale der meisten Supermärkte und deren Angebote in Flugblättern an, dominieren weiterhin Getränke in umweltbelastenden Wegwerfgebinden.

"Obwohl viele der untersuchten Handelsketten Getränke ihrer eigenen Marken anbieten, sind diese ausschließlich in Einweggebinden verpackt. In Zeiten immer knapper werdender Ressourcen sollte unnötiger Rohstoffverbrauch und überflüssige Energieverschwendung, der Vergangenheit angehören. Umweltminister Berlakovich muss jetzt endlich die von ihm bereits im April 2010 geforderte Wahlfreiheit bei Getränken gesetzlich verankern", so Sprinz abschließend.

Detailergebnisse unter
http://marktcheck.greenpeace.at/flugblatt2.html bzw.
http://marktcheck.greenpeace.at/flugblatt-bilder.html

Rückfragen & Kontakt:

Claudia Sprinz, Konsumentensprecherin Greenpeace, Tel: 0664 612 67 31

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