Kadenbach: EU-Urteil zum Gen-Honig stärkt die Verbraucherrechte

Entscheidung gegen Gentechnik in der Nahrung und für mehr Lebensmittelsicherheit - Grundlage waren die Vorgaben des Europäischen Parlaments

Wien (OTS/SK) - Die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach begrüßt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zu Honig, der Pollen eines gentechnisch veränderten Organismus (GVO) enthält. "Ohne strenge Sonderzulassung darf Honig mit GVO-Spuren nun nicht mehr in den Handel kommen. Das ist im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa ein enorm wichtiges EU-Ergebnis", so Kadenbach am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Mindestens so wichtig sei aber auch, dass Imker nun Schadenersatz gegenüber Gentech-Konzernen geltend machen können. Kadenbach dazu: "Außerdem wird es nun für den Gentech-Konzern Monsanto schwieriger werden, eine erneute Zulassung der Genmaissorte MON 810 etwa in Deutschland zu erhalten." ****

Die SPÖ-Europaabgeordnete macht auch darauf aufmerksam, dass die wesentliche Grundlage der Entscheidung des unabhängigen EU-Gerichtshofs verhandelte Richtlinien waren, etwa jene Vorgaben des EU-Parlaments, die "besonderen Schutz der menschlichen Gesundheit infolge der absichtlichen Freisetzung von GVO in die Umwelt" festlegen. Karin Kadenbach sieht sich in der Arbeit des Ausschusses für Lebensmittelsicherheit bestärkt und will weiter dafür sorgen, dass Honig als gesundes Lebensmittel bestehen bleibt. "Neben dem Nulltoleranzprinzip gegenüber Gentechnik in Nahrungsmitteln, für das ich als sozialdemokratische EU-Abgeordnete vehement eintrete, arbeiten wir derzeit auch daran, konkrete Maßnahmen gegen das Bienensterben in Europa voranzutreiben", sagt Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Zum Hintergrund des Rechtsstreits: 1998 erhielt das Unternehmen Monsanto eine Genehmigung für das Inverkehrbringen von genetisch verändertem Mais des Typs MON 810. Karl Heinz Bablok, der Betreiber einer Liebhaberimkerei in Bayern, produziert in der Nähe eines Grundstücks, auf dem zu Forschungszwecken MON-810-Mais angebaut wurde, Honig. 2005 wurde im Maispollen, der von Herrn Bablok in Bienenstöcken geerntet worden war, die sich in 500 Meter Entfernung von den Grundstücken des Freistaats Bayern befanden, DNA von MON 810-Mais sowie genetisch veränderte Proteine festgestellt. Ferner wurden in einzelnen Proben des Honigs von Herrn Bablok sehr geringe Mengen der DNA von MON 810-Mais nachgewiesen. Karl Heinz Bablok kann nun Schadenersatzansprüche geltend machen. (Schluss) bj

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