Donau: Wirtschafskammer soll endlich ihre Analysemängel ausräumen

Wien (OTS) - Die Umweltorganisation VIRUS fordert die Wirtschafskammer auf, in Sachen Donauausbau endlich mit dem Denken zu beginnen und die bereits Jahre andauernde Wiederholung ewiggleicher Phrasen einzustellen. Sprecher Wolfgang Rehm: "Anstatt Energie mit an der Realität vorbeigehenden Resolutionen zu verschwenden, sollten die Kämmerer ihre Analysemängel beseitigen und sich den Fakten stellen."

Diese zeichnen laut VIRUS ein deutlich anderes Bild als dies die WKO zu suggerieren versuche. "Die Donau östlich von Wien ist außer bei Hochwasser und Eisbildung den größten Teil des Jahres schiffbar, weist die größte Transportkapazität auf der gesamten oberen Donau bis Budapest auf und übersteigt auch jene im Stauraum des Eisernen Tores deutlich", so Rehm. Es sei daher nicht gerechtfertigt, von diesem Abschnitt pauschal als Schwachstelle oder Engpass zu reden. Eine ganzjährige Garantie für welche Abladetiefe auch immer sei außerdem ein prinzipielles Ding der Unmöglichkeit. Es könne weiters nicht einmal garantiert werden, dass mit dem Flussbaulichen Gesamprojekt die Fahrwasserverhältnisse real überhaupt verbessert würden, die Auslastung der Schiffe hänge auch nicht von der verfügbaren, sondern von der tatsächlich ausgenützten Abladetiefe ab und da ließen sich wegen fehlender Prognosereichweite bzw. nicht vorhandenem Bedarf große Diskrepanzen feststellen, die mit einem Ausbauprojekt nicht beseitigt werden können.

Wie wenig man in der Wirtschaftskammer Informationen zum Projekt verdaut habe, zeige laut VIRUS die Bezugnahme auf die "gewählte Methode" in einer Aussendung ihrer Generalsekretärin, ohne es für erforderlich zu halten auch das "wofür" anzugeben. "Offensichtlich meinen sie die Eintiefung der Donausohle und mögliche Mittel zu deren Bekämpfung aber in beiden Fällen fehlt offensichtlich jeder Einblick völlig," kritisiert Rehm. "Immerhin sah sich der Berufsgruppenobmann Schifffahrt als einer der wenigen Vertreter der WKO, die bisher Kompetenz gezeigt haben, in einem mutigen Moment des heurigen Februar veranlasst, ein Moratorium für den Naturpilotprojektversuch Deutsch Altenburg zu fordern," konstatiert Rehm. Er weist auf die unverändert bestehenden gravierenden fachlichen und rechtlichen Mängel des Projekts hin, die einer Genehmigungsfähigkeit im Wege stehen würden. "Auch das sogenannte Gesamtrojekt ist mehr Konkursmasse als lebendes Projekt, und wird in der geplanten Form nicht realisiert werden können," stellt Rehm die Situation klar. Bis zum Jahr 2015 auf 25 Millionen Jahrestonnen im Gütertransport zu kommen sei laut VIRUS illusorisch, moderatere Steigerungen hingegen in Reichweite, es müsste aber auch für die Wirtschaftskammer unmittelbar einsichtig sein, dass ein Projekt, das auch unter optimistischen Annahmen der via donau nicht vor 2015 einen Baubeginn erleben würde, dazu keinerlei Beitrag leisten kann. "Die Politik sollte endlich aufhören tote Pferde zu reiten und den Weg für eine bessere Planung frei machen," fordert Rehm abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Wolfgang Rehm
Tel.: 0699/12419913
virus.umweltbureau@wuk.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VIR0001