Rübenbauern-Karpfinger: Quote und Mindestpreis entscheidende Faktoren

Krasser Widerspruch zu Kampf gegen Rohstoffspekulation und Ziel der Ernährungssicherheit

Wien (OTS) - "Quote und Mindestpreis sind auch in Zukunft entscheidende Faktoren für einen derart sensiblen Sektor wie den Zuckermarkt", zeigte sich der Präsident des Berufsverbandes "Die Rübenbauern", Ernst Karpfinger, heute schwer enttäuscht, dass die Europäische Kommission in ihren Legislativvorschlägen für die Reform der EU-Agrarpolitik GAP nach 2013 offenbar das Ende für die EU-Zuckerquoten und Mindestpreise ab September 2016 vorsehen will. "Die Kommission negiert mit dem Vorschlag für das Aus von Quote und Mindestpreis die Fakten des Marktes. Sie tut so, als ob im letzten Jahr am Zuckermarkt nichts passiert wäre", kritisiert Karpfinger unter dem Hinweis, dass schon die Deregulierungspolitik der Kommission in der Vergangenheit jüngst zu einer dramatischen Verknappung und Verteuerung von Zucker in der EU geführt habe.

Daher sei es für Karpfinger klar, "dass eine weitere Deregulierung eines derart sensiblen Marktes weder für die Produzenten noch für die Verbraucher etwas verbessern kann, sondern lediglich nur für die Spekulanten. Umso unverständlicher ist der Plan der Kommission daher in dem Lichte, dass sich die EU einerseits den Kampf gegen die Spekulation mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln öffentlichkeitswirksam an die Fahnen heftet, sie aber gleichzeitig mit einer noch weitergehenden Deregulierung der Märkte dieser Spekulation Tür und Tor öffnet". Karpfinger führte dazu an, dass der globale Zuckermarkt in Zukunft durch die Möglichkeit für Großproduzenten wie Brasilien, ihre Produktion nach Bedarf und den jeweiligen Erlösmöglichkeiten zwischen Zucker und Biosprit zu switchen, noch stärkeren spekulativen Schwankungen und noch größerer Volatilität ausgesetzt sein werde als bisher.

Karpfinger: Krasser Widerspruch auch zum Kommissionsziel der Ernährungssicherheit

Damit stehe der Vorschlag, Zuckerquoten und Mindestpreise abzuschaffen, auch "im krassen Widerspruch zum Ziel der Europäischen Kommission, Ernährungssicherheit zu garantieren. Denn darunter dürfen die Konsumenten wohl auch eine geregelte, ausreichende Versorgung und stabile Preise verstehen und erwarten. Die Kommission soll uns zeigen, in welchem Ökonomie-Lehrbuch sie solchen Unsinn wie ihre Argumente für noch mehr Deregulierung gelesen hat", so der Rübenbauern-Präsident.

Für ihn liegt daher der Schluss auf der Hand: "Die Kommission lernt rein gar nichts, oder sie hält die Europäer für dumm. Jetzt will sie die Zuckerknappheit in der EU, die Bilder von Hamsterkäufen sowie enorme Preissteigerungen für die Verbraucher brachte, mit den selben Mitteln bekämpfen, mit denen sie dieses Desaster herbeigeführt hat:
Nämlich, indem sie die Motivation für die europäischen Rübenbauern zur Produktion durch weitere Preissenkungen noch weiter zerstört und die Konsumenten noch stärker der Volatilität der Weltmarktspekulation aussetzt."
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