WKK: Fallzahlen der AK nicht nachvollziehbar

Kündigung im Krankenstand kann gesetzliche Entgeltfortzahlung nicht umgehen, korrigiert die WK Kärnten und verlangt strengere Kontrollen und härtere Strafen bei Krankenstandsmissbrauch

Klagenfurt (OTS) - Als nicht nachvollziehbar weist heute die Wirtschaftskammer Kärnten jüngste Berichte über angebliche Kündigungen im Krankenstand zurück. Zuerst sei von 500, dann von 600 Kündigungen von Kärntner Dienstnehmern im Krankenstand die Rede. "Es scheint, als gäbe es nicht wirklich eine gesicherte Grundlage für die genannten Fallzahlen", vermutet Christof Trattler, Arbeitsrechtsexperte der Wirtschaftskammer Kärnten. "Aus der täglichen Beratungspraxis kann ich berichten, dass Kärntens Betriebe vielmehr große Geduld an den Tag legen und sich die Kündigung von Dienstnehmern sehr gut überlegen", weiß Trattler. Denn: "Wer trennt sich schon gerne von guten Mitarbeitern?"

Was den Unternehmen jedoch sauer aufstoße, seien oft unerklärliche und nicht nachvollziehbare Krankschreibungen oder eigentümliche Verhaltensweisen im Krankenstand. "Es werden immer wieder kuriose Krankenstandsfälle an uns herangetragen, die vermehrt dann auftreten, wenn ein Urlaub nicht gewährt wird oder ein Dienstnehmer mit der ihm zugewiesenen Arbeit Tätigkeit nicht zufrieden ist", so Trattler. "Neulich wurde eine Dienstnehmerin von einem Arzt sogar 26 Tage rückwirkend für nur einen Krankenstandstag krankgeschrieben, um das Fernbleiben zu rechtfertigen! Oder: Fünf Arbeiter waren mit ihrem Partieführer nicht einverstanden, legten die Arbeit nieder und ließen sich vom selben Arzt für die gleiche Dauer krank schreiben!", erzählt Trattler aus seiner täglichen Beratungsarbeit.

Doch nicht nur die Krankschreibepraxis, auch die Verhaltensweisen während des Krankenstandes wundern den Fachmann: "Wer wirklich krank ist, soll sich auskurieren. Dafür haben unsere Betriebe Verständnis. Nicht jedoch für Saufgelage oder ausgelassene Hochzeitsfeiern im Krankenstand. Auch das Betreiben der eigenen Landwirtschaft ist ein beliebtes Betätigungsfeld in der Zeit der Arbeitsunfähigkeit." Und auch Kuraufenthalte, die schon lange feststehen würden und den Dienstnehmern bekannt seien, würden oft erst am Tag des Kurantrittes gemeldet. Das vermindere natürlich die Planbarkeit der dann real zur Verfügung stehenden Mitarbeiter.

Den Unternehmern würden immer strengere Gesetze, wie das "Lohn-und Sozialdumping Bekämpfungsgesetz (LSDBG)", aufgebürdet, um Missbrauch zu vermeiden. Trattler: "Wir fordern von den Ärzten eine korrekte medizinische und berufskundige Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters und ebenfalls Strafsanktionen bei Missbrauch für Ärzte und Mitarbeiter bei Verstoß"! Dass die Krankenstandstage leicht zunehmen, liege auch daran, dass vor allem Arbeitslose immer länger im Krankenstand bleiben. "Dadurch verlängert sich der Bezug von Krankengeld, was ebenfalls wieder zu Lasten der Versichertengemeinschaft geht", fordert Trattler auch hier eine rigorosere Prüfung der Krankenkasse.

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Mag. Christof Trattler
T 05 90 90 4 - 710
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