5 Millionen Euro Spenden bisher für "Nachbar in Not"-Hilfe in Ostafrika

Innerhalb von vier Wochen fünf Millionen Euro gespendet - doch weitere Hilfe wird gebraucht

Wien (OTS) - "Rund vier Wochen nach Start der Hilfsaktion 'Nachbar in Not - Hunger in Ostafrika' am 3. August und knapp zwei Wochen nach dem großen 'Nachbar in Not'-Aktionstag im ORF am 25. August haben die Österreicherinnen und Österreicher bisher fünf Millionen Euro gespendet", freut sich Sissy Mayerhoffer, Leiterin der Aktion im ORF. Und betont: "Die 'Nachbar in Not'-Hilfsorganisationen Caritas, CARE, Diakonie, Hilfswerk, Malteser, Rotes Kreuz, Samariter-Bund und Volkshilfe leisten derzeit mit Spendenmitteln aus 'Nachbar in Not' Soforthilfemaßnahmen für Hunderttausende Menschen in den von Dürre und Hunger betroffenen Gebieten Ostafrikas. Doch weitere Hilfe ist dringend notwendig."

Michael Opriesnig: "Höhepunkt der Katastrophe noch gar nicht erreicht"

"Wir müssen leider davon ausgehen, dass sich die Situation noch verschärfen wird", meint 'Nachbar in Not'-Vorstandsvorsitzender Michael Opriesnig vom Roten Kreuz. "Vor allem in Somalia ist noch immer jedes dritte Kind direkt vom Hunger bedroht. Lebensmittelverteilungen, die Versorgung mit sauberem Wasser und basismedizinische Versorgung werden noch über Wochen höchste Priorität haben, um das Überleben der Menschen zu sichern."

Christoph Schweifer: "Großartiges Signal der Mitmenschlichkeit"

"Mit diesem 'Nachbar in Not'-Zwischenergebnis setzen die Menschen in Österreich einmal mehr ein großartiges Signal der Mitmenschlichkeit. Sie zeigen damit, dass sie die Not in Ostafrika sehen und konkret etwas dagegen tun möchten", freut sich Caritas-Auslandshilfechef und 'Nachbar in Not'-Vorstand Christoph Schweifer über die bisherige Spendenbereitschaft: "Die Menschen, denen wir derzeit in der Dürreregion mit Lebensmitteln und Trinkwasser das Überleben sichern, sagen uns immer wieder, wie dankbar sie für diese Hilfe sind. Dieses vielfache Dankeschön möchte ich gerne an jede einzelne Spenderin und jeden einzelnen Spender weitergeben. Unser Gesamtziel ist natürlich langfristig, den Schutz von Leben und Lebensgrundlagen der Kleinbauern und Nomaden in der Region zu erreichen und sicherzustellen."

Dagmar Lassmann: "Hunger macht krank - Katastrophenvorsorge notwendig"

Dagmar Lassmann, Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe und ebenfalls im 'Nachbar in Not'-Vorstand, betont: "'Hunger macht krank!' - Dieser Satz bestätigt sich leider in der Katastrophenregion millionenfach. Die von Hunger geschwächten Menschen, vor allem die Kinder, leiden unter Durchfallerkrankungen, Masern und anderen Krankheiten. Diese Folgen des Hungers können wir durch rasche Hilfe behandeln. Langfristig brauchen wir Unterstützung, um die Kleinlandwirtschaft zu stärken und Katastrophenvorsorge zu treffen. Wenn uns die Spenderinnen und Spender von 'Nachbar in Not' weiterhin unterstützen, wird beides möglich sein."

So helfen die 'Nachbar in Not'-Hilfsorganisationen

Insgesamt versorgt die Caritas Österreich in den nächsten Monaten mehr als 80.000 Menschen (30.000 davon aus Mitteln von 'Nachbar in Not') mit Lebensmitteln bzw. sauberem Trinkwasser. Davon erhalten 8.000 unterernährte Kinder, schwangere, alte und kranke Menschen in der Dürreregion Marsabit/Nordkenia auch UNIMIX, eine besonders nährstoffhältige und gut verträgliche Spezialnahrung aus Mais und Soja. Insgesamt versorgt das internationale Caritas-Netzwerk derzeit Hunderttausende Menschen mit Nahrung bzw. Wasser.

Das Rote Kreuz hilft in Kenia und in Somalia - wo der Zugang zu den Betroffenen aufgrund der politischen Lange besonders schwierig und nur für wenige Hilfsorganisationen möglich ist - mit dem Ankauf und der Verteilung von 285 Tonnen Getreide, 81 Tonnen Bohnen, sechs Tonnen Spezialnahrung, 10.000 Küchensets, 6.000 Wasserkanistern sowie der Verteilung von 4,5 Millionen Chlortabletten (für 20 bis 25 Liter Trinkwasser pro Tablette).

Die Diakonie hat mit Hilfe der Spenden aus "Nachbar in Not" neun Tonnen Medikamente und medizinische Verbrauchsmaterialien ins Banadir-Krankenhaus in Mogadischu geliefert, das auf die Versorgung von Kindern und Schwangeren spezialisiert ist. Dem Krankenhaus angeschlossene mobile Kliniken, die die Menschen in den Lagern außerhalb der Stadt versorgen, sollen bis Jahresende bestehen bleiben. Insgesamt erreicht die Diakonie mit diesen Maßnahmen 128.000 Menschen. Auch das Benzin für den Betrieb der Stromgeneratoren im Krankenhaus und in den mobilen Kliniken wird angeschafft. Aufgrund der sehr prekären Lage in Somalia und der Tatsache, dass dort nur wenige NGOs tätig sind, leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur adäquaten Versorgung der Flüchtlinge und vor allem zur Reduzierung der Kindersterblichkeit.

Der Samariter-Bund hilft nicht nur mit Lebensmittelverteilung, sondern auch mit Bohren von Bohrlöchern für die Gemeinden bzw. der Sanierung existierender Brunnen für eine verbesserte Wasserversorgung für Menschen und Tiere. Rund 20.000 Menschen in Marsabit, Turkana und Mandera werden damit unterstützt.

Auch das Hilfswerk saniert Brunnen in der Region Turkana und bringt Wasser und Lebensmittel zu den Menschen in den umliegenden Dörfern. Mütter und Kinder werden mit Nahrungsmittelergänzungen versorgt. Insgesamt erreicht das Hilfswerk mit diesen Maßnahmen rund 290.000 Menschen, das Hauptaugenmerk liegt dabei bei den Schwächsten - den Müttern und Kindern.

Der Malteser Hospitaldienst versorgte bereits im August 10.700 Familien in der Region Marsabit in Nordkenia mit Grundnahrungsmitteln. Da mit einer Entspannung der Situation nicht zu rechnen ist, werden die Maßnahmen bis Oktober fortgesetzt. Außerdem versorgen die Malteser ein Gesundheitszentrum mit den wichtigsten Medikamenten, um Durchfallerkrankungen, Wurmbefall und bakterielle Infektionen behandeln zu können.

CARE möchte mit Mitteln aus 'Nachbar in Not' vor allem die Situation von Frauen und Mädchen im Flüchtlingslager Dadaab verbessern und verteilt Hygieneartikel und Solarlampen, die den Zugang zu den sanitären Anlagern erleichtern sollen. Die Kluft zwischen vorhandenen Ressourcen und den erforderlichen Hilfsmitteln wird immer größer. Die Bereitstellung von Hygieneartikeln soll das tägliche Leben erleichtern, den Besuch von Schuleinrichtungen ermöglichen und die Würde der Frauen und Mädchen während des Aufenthalts im Lager aufrechterhalten.

'Nachbar in Not' bittet um weitere Spenden auf das Aktionskonto PSK 91 091 200. Online-Spenden ist auf der Homepage nachbarinnot.ORF.at möglich, die auch alle wichtigen Infos zur Hilfsaktion enthält. Unter der kostenlosen A1-Spendentelefonnummer 0800 222 444 kann rund um die Uhr ein Erlagschein angefordert oder per Kreditkarte gespendet werden.

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