Wohnungskosten dürfen nicht zum Risiko werden

Leistbares Wohnen muss wieder politischer Schwerpunkt sein

Wien (OTS/GBH/ÖGB) - Ein Erfolgsfaktor gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise war der österreichische Wohnbau mit den Säulen Wohnbauförderung, Wohnungsgemeinnützigkeit und dem kommunalen Wohnbau. Mittel- und langfristig ist dieses europaweite "Best Practice"-Beispiel jedoch gefährdet. Es fehlen klare Bekenntnisse der politisch Verantwortlichen für eine Stärkung der Wohnbauförderung und vor allem konkrete Maßnahmen, um ein nachhaltiges und leistbares Wohnen zu sichern.++++

Grund genug für die Nachhaltigkeitsinitiative UMWELT + BAUEN, sich durch einen wissenschaftlichen Beirat - bestehend aus einer hochkarätigen ExpertInnen-Gruppe - zu verstärken. Dieser Beirat ist eine unabhängige Wissensplattform mit dem Ziel, die UMWELT + BAUEN-Schwerpunkte wie zum Beispiel Wohnen wissenschaftlich, strategisch und umsetzungsorientiert zu begleiten sowie Daten, Fakten und Analysen bereitzustellen. Die Ergebnisse sollen letztendlich die Politik von notwendigen und nachhaltigen Maßnahmen für ein leistbares Wohnen überzeugen.

Dr. Wolfgang Amann, Leiter des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen, zeigt die Dringlichkeit von Maßnahmen auf: "Österreich liegt mit Wohnkosten von 22,4 Prozent des privaten Konsums zwar noch leicht unter dem EU-Durchschnitt von 22,9 Prozent und deutlich unter den Werten Deutschlands und der Schweiz, der Abstand verringert sich allerdings rasch. Wir müssen aufpassen, dass Österreich den strategischen Vorteil moderater Wohnkosten nicht verspielt. Leistbare Wohnkosten sind nicht nur aus sozialer, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Gebot der Stunde!"

Bevölkerung wächst

Nach den jüngsten Bevölkerungsprognosen wächst die österreichische Bevölkerung von 8,39 Mio. Personen 2010 auf 9 Mio. bis 2030. Dr. Margarete Czerny, Bauexpertin und Leiterin des wissenschaftlichen Beirates: "Allein bis 2015 wird die österreichische Bevölkerung um rund 180.000 Personen zunehmen. Auch die Haushalte werden bis 2030 um 12,15 Prozent zunehmen, d.h. von 3,6 auf 4 Millionen. Um Angebot und Nachfrage am Wohnungsmarkt in Verbindung mit leistbarem Wohnen aufrechterhalten zu können, brauchen wir daher wieder eine funktionierende und zweckgebundene Wohnbauförderung."

Zahl geförderter Wohnungen sinkt!

2010 wurden um rund 23 Prozent weniger geförderte Wohnungen zugesichert als im Vorjahr. Das sind um rund 7.000 Förderzusagen weniger. Josef Muchitsch, Stv. Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz und Sprecher der Initiative Umwelt + Bauen: "Heuer wird es voraussichtlich zu einem weiteren Rückgang um 15 bis 20 Prozent der Fördermittel für den Wohnbau in den Bundesländern kommen. Dies wird sich leider nicht nur auf die Wohnbauleistung der nächsten Jahre auswirken, auch die Wohnungskosten werden insgesamt weiterhin stärker ansteigen als im internationalen Vergleich. Hauptbetroffen davon sind die BezieherInnen mittlerer und unterer Einkommen. Das kann es ja nicht sein! Wir brauchen klare Bekenntnisse für eine Stärkung der Wohnbauförderung und vor allem beherztes Handeln seitens der Politik für ein nachhaltiges und leistbares Wohnen."

Service: Alle Informationen zum wissenschaftlichen Beirat und zur Nachhaltigkeitsinitiative Umwelt + Bauen finden Sie im Internet unter www.umwelt-bauen.at.

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