MICHAEL WALLRAFF. looking up. vertical public space

In der MAK-Galerie bietet der Wiener Architekt einen grundlegenden Einblick in seine konzeptionelle Arbeitsweise

Wien (OTS) - Mit seinen städtebaulichen Visionen sprengt Michael Wallraff tradierte Szenarien der horizontalen Stadtentwicklung. Seit Jahren beschäftigt sich der Wiener Architekt intensiv mit der Nutzung vertikaler Räume im Stadtgefüge und schafft mit prototypischen öffentlichen Freiflächen in dicht besiedelten urbanen Strukturen neue Dimensionen sozialer Interaktion. Ein Streifzug durch Wallraffs experimentelle Projekte und Ideen ist ab 5. Oktober 2011 in der MAK-Ausstellung "looking up. vertical public space" zu sehen.

Im MAK ist Wallraff erstmalig eingeladen, seine konzeptuelle Arbeitsweise in einer Einzelausstellung zu präsentieren. Eigens für die MAK-Galerie entwickelt er eine irreguläre Struktur, die wesentliche Prinzipien seiner experimentellen Praxis verdichtet und gleichzeitig als Träger und "tableau public" für seine Entwürfe zum vertikalen öffentlichen Raum fungiert. Ein Großteil der gezeigten Arbeiten entstand im Rahmen des Projekts "Der vertikale öffentliche Raum", mit dem Wallraff 2008 eine Förderung der Kreativagentur der Stadt Wien departure gewann. Ergänzend zur Präsentation in der MAK-Galerie dokumentiert die in Kooperation mit departure aufgelegte Publikation "Michael Wallraff. Vertical Public Space" seine mehrjährige Forschungstätigkeit.

Im Spannungsfeld aktueller technologischer Entwicklungen wie der Kommunikation, Mobilität und Ökologie begreift Wallraff die Stadt als dynamische Struktur und kreatives Potenzial. Anknüpfend an die städtebauliche Avantgarde der 1960er Jahre, die ausgehend von Mobilität und Flexibilität innovative Konzepte für architektonische Megastrukturen lieferte, untersuchte Wallraff vorhandene vertikale Ressourcen im urbanen Gefüge und skizzierte Szenarien zukunftsweisender Stadtplanung.

Tradierte urbane Planungskonzepte definieren die Stadt zweidimensional und ordnen öffentliche Räume horizontal. Nach Wallraffs These entsteht vertikale Stadtentwicklung, wenn die gebaute Stadt in ihrer Dreidimensionalität als Baugrund nutzbar gemacht wird und kollektive Funktionen in neue (Lebens-) Räume auf bisher ungenützten Gebäudehüllen oder brachliegenden Räumen zwischen Gebäuden verlagert werden.

Mit prototypischen Interventionen in realen urbanen Situationen, beispielsweise multifunktionalen Dach- und Fassadenlandschaften, lässt er öffentlich zugängliche vertikale Freiräume entstehen. Er setzt damit wesentliche Impulse zur Neuinterpretation urbaner Dichte und generiert gleichzeitig neue Lebensqualität.

Die MAK-Ausstellung "looking up. vertical public space" zeigt Entwürfe und Pläne zu neuen Architekturen - darunter auch das Projekt für das Landesberufsschulzentrum Graz St. Peter, dessen in die Vertikale gefaltete Dach- und Fassadenlandschaft einen EU-weit offenen, zweistufigen Wettbewerb für das Büro Michael Wallraff entschied (Fertigstellung 2015) - aber auch Interventionen an historischer Bausubstanz sowie experimentelle Raumkörper. Sie bietet nicht nur Denkanstöße zum architektonischen Potenzial vertikaler räumlicher Ressourcen und zur Integration landschaftlicher Qualitäten in die Stadtplanung, sondern auch zu den sozialen und kulturellen Konsequenzen einer vertikal erneuerten Infrastruktur.

Michael Wallraff, der 1999 am MAK-Schindler-Stipendiatenprogramm in den Mackey Apartments in Los Angeles teilnahm, arbeitet seit 1997 selbstständig in Wien, München und Los Angeles. 2004 gründete er sein Architekturbüro in Wien, mit dem er in unterschiedlichsten Bereichen - von Stadtplanungen über Adaptierungen, Umnutzungen, Zu- und Neubauten, Bühnenräumen, Ausstellungsdesign und Möbeln bis hin zu Objekten der Alltagskultur - tätig ist. Seine Architekturprojekte zeichnen sich durch innovative Strategien und die Auslotung des Spannungsverhältnisses von Idee und Umsetzung, Funktion und Ästhetik aus.

Bildmaterial zur Ausstellung steht unter MAK.at/presse zum Download bereit.

Press Preview: Dienstag, 4. Oktober 2011, 10.30 Uhr
Eröffnung : Dienstag, 4. Oktober 2011, 19.00 Uhr
Ausstellungsort: MAK-Galerie, MAK, Stubenring 5, Wien 1 Ausstellungsdauer: 5. Oktober 2011 - 4. März 2012
Öffnungszeiten: Di MAK NITE(C) 10.00-24.00 Uhr, Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen
Kuratorin : Bärbel Vischer
Künstlerführung mit Michael Wallraff: Dienstag, 18. Oktober 2011, 18.00 Uhr
Publikation: Michael Wallraff: Vertikaler öffentlicher Raum / Vertical Public Space, herausgegeben von MAK Wien, mit Beiträgen von Klaus Bollinger, Brigitte Felderer, Bart Lootsma, Christoph Thun-Hohenstein und Bärbel Vischer, deutsch/englisch, ca. 176 Seiten, ca. 190 Abbildungen, MAK Wien / Verlag für moderne Kunst Nürnberg 2011. Erhältlich im MAK Design Shop.

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