Verwirrung um Ausbildungsprojekt für Betriebsdienstleister in Vorarlberg

ÖGKV stellt Eckpunkte zur Pflegeausbildung klar

Wien (OTS) - Zum gestrigen Start eines Pilotprojektes des
Lehrberufs Betriebsdienstleister kam es einmal mehr zu unklaren Informationen betreffend der Ausbildung in Pflegeberufen.

Jugendliche in Vorarlberg haben nunmehr die Möglichkeit nach dem Pflichtschulabschluss eine Lehre zum Betriebsdienstleister zu absolvieren. Kaufmännische, hauswirtschaftliche und handwerkliche Tätigkeiten werden im Rahmen einer dreijährigen Ausbildung angeboten.

Die erworbenen Kompetenzen können in der Praxis in Pflegeeinrichtungen beispielsweise bei der Lagerverwaltung oder im Servicebereich angewendet werden.

Nach Abschluss dieser Lehre besteht die Möglichkeit an der Krankenpflegeschule in Feldkirch die Ausbildung zur Pflegehilfe, welche, wie alle Ausbildungen in Pflegeberufen durch das Gesundheits-und Krankenpflegegesetz (GuKG) geregelt ist, zu absolvieren. Darüber hinaus ist - EU konform - der Ausbildungsbeginn in Pflegefachberufen erst ab dem 17. Lebensjahr möglich.

"Durch Leistungsverdichtung und Sparstiftmethoden wird die Situation des Pflegefachpersonals immer schwieriger. Als Alternative werden derzeit nur Umgehungslösungen angeboten", meint Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV).

"Dem dramatischen Nachwuchsproblem am Sektor Pflege ist nur mit einer gezielten Angebots- und Bedarfsplanung, der Entlastung des Pflegepersonals von berufsfremden Tätigkeiten, wie etwa Botengänge und die Erbringung von Hotelleistungen, zu begegnen. Ebenso sind die Kompetenzen des Berufes gezielt einzusetzen und den Pflegefachberufen insgesamt eine Bildungsperspektive zu geben", so Frohner weiter.

Anstatt immer wieder neue Kreationen auf diesem Sektor zu erfinden, wäre es sinnvoller bestehende Möglichkeiten vermehrt anzubieten und zu unterstützen.
Pflegefachberufe sind Gesundheitsberufe mit allen Kriterien einer Profession und als solche auch im System zu verankern. Einer immer wieder auftauchenden Pflegelehrlingsausbildung erteilt Frohner eine klare Absage.

Das Gesundheits- und Sozialsystem braucht zur Erbringung der Versorgungsleistung handlungskompetente Pflegefachpersonen.

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