AKNÖ befürchtet Rückgang bei Bildungskarenz

2012 treten Verschlechterungen in Kraft

Wien (OTS) - Derzeit steht die Bildungskarenz in Niederösterreich hoch im Kurs. Das liegt daran, dass im Krisenjahr 2009 die gesetzlichen Grundlagen überarbeitet und zahlreiche Verbesserungen umgesetzt wurden, leider nur befristet bis Ende 2011. Ab dem kommenden Jahr treten wieder ungünstigere Bestimmungen in Kraft. Die AKNÖ befürchtet einen Rückgang bei den Bildungsfreistellungen.

Die verbesserten Bedingungen bei der Bildungskarenz haben seit 2009 zu einem deutlichen Anstieg bei der Anzahl jener ArbeitnehmerInnen geführt, die diese Form der Freistellung zur Weiterbildung in Anspruch nehmen. Befanden sich 2008 nur 239 NiederösterreicherInnen in Bildungskarenz, so stieg 2009 die Anzahl auf beachtliche 605, 2010 sogar auf 758. Besonders häufig werden die AKNÖ-BildungsberaterInnen bezüglich einer Freistellung für den Besuch von Vorbereitungskursen auf die Werkmeister-, Meister-und Berufsreifeprüfung gefragt. Aber auch Fragen zu Ausbildungen im Pflegebereich und dem Besuch von Schulen bzw. der Aufnahme eines Studiums sind häufig.

Bildungskarenz ist ein Angebot für ArbeitnehmerInnen, sich zum Zweck der Weiterbildung für einen bestimmten Zeitraum von der Arbeit freistellen zu lassen, ohne dass das Dienstverhältnis aufgelöst wird. Während dieser Zeit erhält man vom AMS das sogenannte Weiterbildungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes, mindestens jedoch 14,53 Euro am Tag. Seit 2009 gilt: Wer ununterbrochen in einem aktuellen Arbeitsverhältnis von mindestens sechs Monaten steht, kann mit seinem Vorgesetzten eine Bildungskarenz vereinbaren. Ab 2012 ist das erst bei einem aufrechten Dienstverhältnis von mindestens einem Jahr möglich. "Das ist eine unnötige Hürde auf Kosten der ArbeitnehmerInnen", kritisiert AKNÖ-Experte Markus Riedmayer die zukünftigen Bestimmungen. Weiterer Kritikpunkt der Arbeiterkammer:
Derzeit kann eine Bildungskarenz für einen Zeitrahmen von zwei Monaten bis längstens einem Jahr vereinbart werden, ab kommendem Jahr muss die Kursdauer wieder mindestens drei Monate betragen. "Das Problem ist, dass viele Kurse nur zwei Monate dauern, wie zum Beispiel etliche Meisterprüfungskurse. Damit stehen die ArbeitnehmerInnen vor dem Problem, dass sie für das dritte Monat logischerweise keine Kursbesuche nachweisen können und somit auch kein Weiterbildungsgeld vom AMS erhalten", so Riedmayer.

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert daher, die derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen in das Dauerrecht zu übernehmen, um den positiven Trend bei den Bildungskarenzen in Niederösterreich nicht zu gefährden. "Alle Erwachsenen, die aus Eigeninitiative eine höhere Qualifizierung anstreben, sollen vom Gesetzgeber sogar besser gefördert werden. Es soll einen erleichterten Zugang für Saisonarbeitskräfte und für Beschäftigte geben, die häufig den Dienstnehmer wechseln. Die Mindesthöhe des Weiterbildungsgeldes soll auf das Niveau des Ausgleichszulagenrichtsatzes angehoben werden und besonders für niedrigqualifizierte ArbeitnehmerInnen soll es besondere Unterstützung geben", so Haneder.

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