BMASK: Private und betriebliche Pensionsvorsorge wird massiv aus Mitteln der öffentlichen Hand gestützt

Band 6 der sozialpolitischen Studienreihe analysiert Durchführungswege und Kosten für die öffentliche Hand

Wien (OTS/BMASK) - Auch private und betriebliche Pensionsvorsorge kommen nicht ohne massive staatliche Unterstützung aus. So sind die privaten und betrieblichen Altersvorsorgeprodukte steuerlich begünstigt, wodurch der Staat im Jahr 2008 1,36 Milliarden Euro zur Finanzierung dieser Produkte beitrug. Das geht aus einer Studie hervor, die das Wifo im Auftrag des Sozialministeriums erstellt hat. Die Studie wird im Rahmen der "Sozialpolitischen Studienreihe" des Sozialministeriums veröffentlicht. Im Jahr 2008 wurden 8,8 Milliarden Euro an Beiträgen in verschiedene betriebliche oder private Altersvorsorgemodelle einbezahlt. Das sind drei Prozent des BIP oder ein Drittel der Versicherungsbeiträge der gesetzlichen Pensionsversicherung. ****

Da die Systeme (und Produkte am Markt) noch nicht ausgereift sind (es kommen jährlich mehr Leistungsbezieher dazu), dürfte die steuerliche Förderung in den kommenden Jahren noch deutlich weiter steigen. Allein zwischen 2004 und 2008 ist der Betrag der steuerlichen Förderung um 40 Prozent angestiegen, stellt der Studienautor Thomas Url fest. Die vorliegende Studie vergleicht die wichtigsten betrieblichen und privaten Altersvorsorgeformen nach ihren steuerlichen Anreizen und führt erstmals eine Schätzung der direkten und indirekten Kosten der steuerlichen Förderung in Österreich durch.

Im Durchschnitt beträgt die steuerliche Förderung pro Anspruchsberechtigten pro Jahr 192 Euro (bei Pensionskassen sogar 700 Euro). Da bei einigen Maßnahmen (z.B. prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge) die steuerliche Förderung in volle Höhe erst bei der Auszahlung eintritt, wird der Gesamtbetrag in den nächsten Jahren noch um einiges steigen. Zum Vergleich: Der Bundesbeitrag pro Leistungsberechtigten in der gesetzlichen Pensionsversicherung beträgt 890 Euro im Jahr

Die bedeutendsten Volumen werden für individuelle Lebensversicherung (5,8 Mrd. Euro) investiert, gefolgt von Pensionskassen (1 Mrd.) und prämienbegünstigter Zukunftsvorsorge (0,9 Mrd.). Private und betriebliche Vorsorgemodelle werden tendenziell nur von Besserverdienenden in Anspruch genommen, da Menschen mit geringerem Einkommen üblicherweise nicht die Mittel für eine Zusatzpension aufbringen können, heißt es abschließend aus dem Sozialministerium.

Die staatliche Förderung der 2. und 3. Pensionssäule kommt daher auch eher den Besserverdienenden zu Gute. (Schluss)

Die sozialpolitische Studienreihe ist kostenlos beim Broschürenservice des BMASK unter der Servicenummer 0800-202074 oder online unter https://broschürenservice.bmask.gv.at erhältlich(Schluss)

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Mag. Norbert Schnurrer , Pressesprecher des Sozialministers
Tel.: (01) 71100-2246
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