AKNÖ: Kündigungen im Krankenstand nehmen rasant zu - heuer 1.300 Kündigungen allein in NÖ

Entgeltfortzahlungsgesetz wird ignoriert / 400 Anfragen pro Woche bei AKNÖ-Hotline

Wien (OTS) - 1.300 niederösterreichische ArbeitnehmerInnen haben seit Jahresbeginn ihren Job verloren, weil sie krank geworden sind. Das geht aus den persönlichen Beratungsgesprächen in den 21 Bezirksstellen der AKNÖ hervor. "Kündigungen im Krankenstand sind zu einer ernsten Bedrohung für die Beschäftigten geworden", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder und kritisiert, dass "viele Arbeitgeber die Gesetze zur Lohnfortzahlung in zunehmendem Ausmaß missachten".

Bei Kündigungen im Krankenstand kommt es nach einer genauen Analyse der AK-Beratungen zu einer massiven Verletzung von gesetzlichen und kollektivvertraglichen Bestimmungen. 400 Anfragen pro Woche an der Arbeitsrechts-Hotline zeigen, wie weit verbreitet dieses Problem in Niederösterreich geworden ist.

Wenn ein/e ArbeitnehmerIn erkrankt, so sieht das Entgeltfortzahlungsgesetz die Weiterzahlung des vollen Lohnes für 6 Wochen und des halben Entgelts für weitere 4 Wochen vor. In der Realität werden die Arbeitsverhältnisse oft durch einvernehmliche Dienstauflösungen beendet. Wird die Entgeltfortzahlung nicht geleistet, so muss die Krankenkasse einspringen, doch das Krankengeld aus der Sozialversicherung ist nur halb so hoch wie das laufende Einkommen. "Damit wird das Risiko auf Krankenkasse und erkrankte/n ArbeitnehmerIn abgewälzt und hohe Einkommensverluste sind die Folge. Die Arbeitgeber zahlen nichts, Sozialversicherung und ArbeitnehmerInnen kommen zum Handkuss", beschreibt AKNÖ-Arbeitsrechtsexpertin Mag. Doris Rauscher-Kalod die Lage.

Viele Arbeitgeber glauben, mit der Abschaffung des Entgeltfortzahlungsfonds im Jahr 2000 ist auch das Entgeltfortzahlungsgesetz abgeschafft. Das ist ein Irrtum. Doris Rauscher-Kalod: "Diese alltägliche Gesetzesverletzung höhlt die soziale Sicherheit bereits in einem unerträglichen Maße aus. Jede Erkrankung, jede rärztlich verordnete Kuraufenthalt wird zu einem unkalkulierbaren Einkommensrisiko für die ArbeitnehmerInnen."

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder kündigt Gespräche mit der Wirtschaftskammer über die Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds an. Dieser von allen Arbeitgebern gespeiste Fonds wurde im Jahr 2000 aufgelöst und ersetzte davor den Betrieben die Lohnkosten während des Krankenstandes.

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