"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Aus für Wehr-Operette"

Noch zwei Jahre Leerlauf ums Heer, nein, Danke: Jetzt abstimmen - oder abtreten.

Wien (OTS) - In einem Monat haben Rot und Schwarz selten einmal Grund zu feiern. Am 4. Oktober ist es ein Jahr her, dass Michael Häupl eine Woche vor der Wien-Wahl noch einmal Gas geben wollte: Er propagierte ein Aus für die Wehrpflicht - notfalls auch mittels Volksabstimmung.
Seither grüßt beinahe täglich das Murmeltier - im Tarnanzug einer Heeresdebatte, made in Austria. Sie quält uns bald doppelt so lang, wie ein Grundwehrdiener im Gatsch robben muss. Zuletzt wurden im Stundenrhythmus medial Schlagworte wie "Österreich-Dienst", "Berufsarmee" oder "Freiwilligenheer" ausgetauscht. Miteinander geredet haben die Koalitionäre nicht einmal ein Dutzend Mal - vor allem über Terminfahrpläne.
Noch vor der Sommerferien schien endlich eine Feuerpause im ewig gleichen Wortgemetzel in Sicht: Es bleibt zwar beim Wunsch nach einer Volksbefragung über das Aus für die Wehrpflicht, ließ der Kanzler wissen. Am besten aber gleichzeitig mit der Wahl 2013. Jetzt wirft er die Propagandamaschine für ein Wehrpflicht-Plebiszit neuerlich mit Getöse an. Werner Faymann sollte uns zwei Jahre weiteren Leerlauf ersparen: Als Regierungschef umgehend abstimmen lassen - oder uns die versprochene Pause in der Stellungskrieg-Operette bis 2013 gönnen.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002