"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Arme Studenten"

In Sonntagsreden preist die Regierung die Bildung. Die Unis merken nichts davon.

Wien (OTS) - Auf der website der Uni Wien steht groß geschrieben:
"Willkommen an der Universität Wien." So lernen junge Menschen gleich eine Definition für Zynismus. Willkommen ist an den Unis schon lange niemand mehr. Man darf sich in diesem Jahr zwar für ein Studium anmelden, aber was die Unis mit Tausenden neuen Studenten machen wird, weiß niemand.
Die Regierungsmitglieder, die überhaupt eine Uni besucht haben, erinnern sich noch an Zeiten, als der Zulauf aus dem Ausland gering und Arbeitsplätze für Akademiker zahlreich waren. Wissenschaftsminister Töchterle hat zwar versucht, seine Kollegen die Dramatik der Lage zu erklären, aber was zählt schon Logik gegen Ideologie. Die SPÖ hat sich selbst versprochen, gegen Studiengebühren zu sein. Hier lernen die Studenten: Nichts ist wichtiger als alter ideologischer Ballast.
Der frühere Wissenschaftssprecher Josef Broukal ist leider zu früh in Pension gegangen. Als erbitterter Gegner von Studiengebühren bringt er das australische Modell ins Spiel. Danach würden Akademiker einen Teil ihrer Ausbildungskosten an die Gesellschaft zurückzahlen. Über dieses Modell muss geredet werden.
Wer genug Geld hat, wird im Ausland studieren. Dem Rest bleiben unsere kaputten Unis. Gerechtigkeit!

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