Papstbesuch führt lange getrennte Raffael-Madonnen zusammen

Dresdener Ausstellung mit Marienbildern auch deutscher Meister

Vatikanstadt-Dresden, 30.08.11 (KAP) Anlässlich des Papstbesuchs in Deutschland werden erstmals einige der bedeutendsten Mariendarstellungen der italienischen und der deutschen Renaissance gemeinsam gezeigt. Unter dem Titel "Himmlischer Glanz. Raffael, Dürer und Grünewald malen die Madonna" sind ab 6. September in der Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister unter anderen zwei Bilder zu sehen, die Raffaello Santi (1483-1520) vor genau 500 Jahren gleichzeitig angefertigt hat. Sie standen zusammen in seinem Atelier - und werden nach Irrwegen durch halb Europa nun wieder gegenübergestellt. Experten sprechen von einer kunsthistorischen Sensation.

Möglich wurde das Projekt, weil der Papst Raffaels "Madonna di Foligno" aus der vatikanischen Pinakothek für Dresden freigab. Normalerweise sind Spitzenobjekte der Vatikanmuseen vom Verleih ausgeschlossen. Aber als die deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl die Idee dieser Ausstellung lancierte, habe Benedikt XVI. Grünes Licht gegeben, sagte Arnold Nesselrath, Direktor der Vatikanischen Museen, gegenüber "Kathpress".

Das drei Meter hohe Meisterwerk des Malerfürsten hat den Vatikan nie verlassen, seit es während der Plünderung Napoleons nach Paris verschleppt und später von Papst Pius VII. (1800-1823) zurückgeholt wurde. In Dresden ist es bis 8. Jänner neben dem dortigen Prunkstück, Raffaels "Sixtinischer Madonna", zu sehen.

Den Werken des größten italienischen Madonnenmalers werden in Dresden Bilder deutscher Zeitgenossen gegenübergestellt. Von Matthias Grünewald (um 1475/80-1528) ist die Stuppacher Madonna zu sehen, von Lucas Cranach dem Älteren (um 1475-1553) eine Madonnenvision aus seinen frühen Jahren, von Albrecht Dürer (1471-1528) der "Dresdener Altar". Raffael hatte mit Dürer korrespondiert, Grünewald aber kannte er nicht, so Nesselrath.

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