ExpertInnenpapier sieht Zukunft in FH-Sektor - doch es ist nicht alles Gold was glänzt!

FH-Sektor ist ungerecht und bezieht Studierende nicht in Entscheidungsprozesse ein!

Wien (OTS) - "Grundsätzlich wird ein Ausbau der Hochschulen als positiv angesehen. Der vom Wissenschaftsministerium vorgelegte Bericht jedoch verwendet und missbraucht Zahlen und Fakten wie es gerade für die ÖVP angenehm ist.

Bessere soziale Durchmischung ist nicht von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen abhängig. Der Bericht stellt Behauptungen auf, die nicht begründet werden. Bildungsferne Schichten entscheiden sich eher für ein FH Studium, da es praktischer orientiert ist und schulisch aufgebaut ist. Dass Studiengebühren ein Mittel sind, bildungsferne Schichten zum Studieren zu bringen, ist vollkommener Unsinn. Es gibt Fachhochschulen, die keine Studiengebühren verlangen, keineswegs aber weniger durchmischt sind. Zu diesen zählen ein Drittel aller Fachhochschulen in ganz Österreich. Mit diesem Bericht werden Barrieren schöngeredet und als soziale Maßnahme verkauft" äußert sich Michelle Leitgeb vom Vorsitz der Studierendenvertretung der FH Campus Wien verärgert.

"Aufnahmeverfahren auf FHs sind intransparent und nicht nachvollziehbar. Die Auswahl der Studierenden erfolgt subjektiv. Studierende haben kein Recht, diese "Eignungsprüfungen" oder teilweise Intelligenztest einzusehen, wenn das nicht klar geregelt und von der FH gewünscht ist" so Leitgeb weiter.

"Zu der ohnehin prekären Situation für Studierende, schafft die neue FhStG Novelle weitere Hürden. Studierende werden in ihrer Mitbestimmung beschnitten, indem Plätze in den wichtigsten Gremien an FH's, den Kollegien, gestrichen werden. Studierende haben keine Chance, sich bei Ungerechtigkeiten zu wehren, da alles im Einvernehmen mit den GeschäftsführerInnen beschlossen werden muss. Dem wird noch eine Krone aufgesetzt, indem drittstaatsangehörige StudentInnen kostendeckende Beiträge zahlen sollen und somit aufgrund ihrer Herkunft massiv diskriminiert werden. Die privat-rechtliche Organisation, die in diesem, höchst bedenklichen Bericht, idealisiert wird, legitimiert es Studierende als Produkte zu sehen und bindet sie an Ausbildungs-Knebel-Verträge, nach einem Friss oder Stirb-Prinzip", empört sich Mirsada Brkic vom Vorsitzteam.

Die Studierdenvertretung der FH-Campus Wien fordert die Gleichstellung der Fachhochschulen mit den anderen Hochschultypen betreffend Studiengebühren, der akademischen Selbstverwaltung und studienrechtlichen Bedingungen. Zudem eine Miteinbeziehung der Studierenden und deren VertreterInnen, in studienrelevanten Themen.

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