AK zu Teuerung bei Ernährung, Wohnen, Energie: Für Kleinverdiener ist Alltagsleben kaum mehr leistbar

Linz (OTS) - Im Vormonat gab es mit 3,5 Prozent den stärksten Anstieg der Verbraucherpreise seit September 2008. Das trifft die unteren Einkommensschichten besonders stark. Denn die größten Preistreiber sind Dinge des Alltagslebens: Treibstoff, Energie und Nahrungsmittel. Sie sind für 40 Prozent der Jahresinflation verantwortlich. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher, dass die Löhne deutlich erhöht, die Berufspendler/-innen höher entschädigt und das Arbeitslosengeld angehoben werden.

"Derzeit werden vor allem Dinge massiv teurer, bei denen die Menschen nicht sparen können, ohne massiv an Lebensqualität einzubüßen oder sogar Schaden zu erleiden", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Dazu kommt dass das ausgabenschwächste Zehntel der Haushalte bereits 62,5 Prozent ihres Budgets allein für Ernährung, Wohnen und Energie ausgeben muss, beim ausgabenstärksten Zehntel machen diese Kosten nur 24,5 Prozent aus (eine Grafik zu "Ernährung, Wohnen, Energie: Ausgaben-Anteile 2009 /2010" finden Sie auf www.arbeiterkammer.com zum Download).

Immer mehr Pendler/-innen müssen für ihre berufliche Mobilität zwischen einem Viertel und einem Drittel ihres Nettoeinkommens aufwenden. Auch bei Heizung und Warmwasser sind viele mit dem Sparen bereits am Limit: Das unterste Einkommensviertel benötigt bereits 8,3 Prozent des Haushaltsbudgets für Energie - eine Steigerung um fast 50 Prozent gegenüber 2004. Investitionen in teure Energiesparmaßnahmen sind da nicht drin. Und dass auch Lebensmittel und Wohnen zu den Preistreibern gehören, macht die Situation noch dramatischer.

"Nach den Reallohnverlusten der letzten Jahre ist nun ein deutlicher Lohnzuwachs unverzichtbar und mehr als gerechtfertigt -nicht nur wegen der hohen Inflation", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Er weist auch darauf hin, dass mehr Geld für Kleinverdiener auch immer einen Nachfrage-Impuls für die heimische Wirtschaft nach sich zieht. Denn: Kleinverdiener müssen ihr gesamtes Einkommen für den Lebensunterhalt ausgeben. Haben sie etwas mehr Geld zur Verfügung, werden aufgeschobene Investitionen getätigt: die Waschmaschine ausgetauscht oder ein lang ersehnter Familienurlaub gebucht.

Um die Teuerung abzufedern, fordert die Arbeiterkammer außerdem eine höhere Entschädigung für die Berufspendler/-innen, die vor allem bei kleinen und mittleren Einkommen wirkt, mehr Steuergerechtigkeit zugunsten der Menschen mit niedrigen Einkommen und ohne Vermögen sowie ein höheres Arbeitslosengeld durch die Anhebung der Ersatzrate.

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