Wiener SPÖ-Sommerakademie 2011 - Forderung nach Reformen im Bildungssystem

200 Gäste diskutierten über die Bildung der Zukunft

Wien (OTS/SPW-K) - Am Freitag und Samstag, 26. und 27. August,
fand im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien die Sommerakademie der Wiener SPÖ Bildung, des SPÖ Rathausklubs und des Renner Instituts unter dem Titel "Zukunft der Bildung - Bildung der Zukunft" statt. Zu den Referaten und Diskussionen mit Wiener SPÖ-Politikerinnen und Politikern, Journalistinnen und Journalisten sowie Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland kamen rund 200 Gäste.

Bildungsdebatte versachlichen

Die Eröffnung nahm am Freitag SPÖ-Bundesbildungsvorsitzender und Präsidiumsmitglied der Wiener Bildung, Stadtrat Michael Ludwig vor. Er betonte die Wichtigkeit einer Versachlichung der Bildungsdebatte:
"Der hohe Ideologisierungsgrad im Bildungsbereich hängt damit zusammen, dass seit Jahrzehnten die Verteilung von Bildungschancen vom gesellschaftlichen Status abhängt. Unser Ziel als SPÖ ist es, dass jedes Kind unabhängig von Einkommen, Herkunft, Sprachkompetenz und Bildung der Eltern, die Chancen auf beste Bildung und Ausbildung hat."

Gemeinsame universitäre Ausbildung für PädagogInnen

In der folgenden Diskussion forderte Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl die Ganztagsschule und Gesamtschule für alle in ganz Wien ein. Stadtrat Ludwig formulierte die Zielsetzung einer gemeinsamen universitären Ausbildung für alle im pädagogischen Bereich. Außerdem solle lebenslanges Lernen zur dritten Säule neben Universität und Schule werden.

Gratis-Kindergarten und verpflichtendes Kindergartenjahr wirken

Der Samstag stand zunächst im Zeichen des Bildungswegs "Vom Kindergarten zur Schule". Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch unterstrich die Notwendigkeit einer stärkeren Durchlässigkeit in der PädagogInnenausbildung. Zugleich warnte er vor der Diskussion, Gruppengrößen in Kindergärten weiter zu verkleinern. "Das kommt einer Wegrationalisierung von Kindergartenplätzen gleich", mahnte er. Über ihre Erfahrungen berichtete Volksschuldirektorin Elisabeth Fuchs:
"Der beitragsfreie Kindergarten, das verpflichtende Kindergartenjahr sowie die Sprachförderung im Kindergarten haben die Situation in Volksschulen wesentlich verbessert."

Bund muss bei Uni-Finanzierung Verantwortung übernehmen

Im Rahmen der Debatte "Von der Schule bis zur Uni" konstatierte Gemeinderat und SP-Bildungssprecher Heinz Vettermann, dass das derzeitige Bildungssystem Österreichs Ressourcen und Begabungen von Schülerinnen und Schülern vergeude. Natascha Strobl vom Wiener VSStÖ hob an den Universitäten drei Problemfelder hervor: der Zugang zu Universitäten, Unterfinanzierung und mangelnde Demokratisierung.

Den Befund griff Wissenschaftsstadtrat Andreas Mailath-Pokorny auf: "Diesen drei Problembereichen setze ich vier Lösungsansätze entgegen: Demokratisierung, Finanzierung, Egalisierung und Professionalisierung." Für ihn sei es ein alarmierendes Signal, dass es einen Rückgang von Studierenden aus den unteren Gesellschaftsschichten gebe. Der Bund dürfe sich bei der Frage der Finanzierung der Universitäten nicht aus der Verantwortung stehlen.

Mehr Ausbildung, weniger Ausbeutung

Christoph Peschek, SP-Gemeinderat und Jugendsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, forderte "Mehr Ausbildung, weniger Ausbeutung" im Lehrlingssektor: "In Wien gibt es leider einen Rekordwert an nicht bestandenen Lehrabschlussprüfungen. Wir brauchen rasch eine Ausweitung der Berufsschulzeit und eine verpflichtende Ausbildung bei den Betrieben." Die Wirtschaft müsse wieder mehr in die Lehrausbildung investieren.

SP-Gemeinderätin Tanja Wehsely wiederum betonte die Wichtigkeit der Wiener Ausbildungsgarantie in diesem Zusammenhang: "Damit bieten wir Jugendlichen entweder eine Lehrstelle in einem Betrieb oder einer Lehrwerkstätte, Unterstützung beim Übergang von der Schule in den Beruf oder beim Nachholen von Bildungsabschlüssen.

Bildung und die Ansammlung von Wissen hört nie auf

Zum Abschluss wies SP-Klubvorsitzender Rudi Schicker darauf hin, dass die Sommerakademie 2011 sich bewusst dem Bildungsweg vom Kindergarten bis zur Uni und dem lebenslangen Lernen gewidmet hat, da Bildung und die Ansammlung von Wissen nie aufhört: "Daher müssen wir durchsetzen, dass der Kindergarten endlich als erste Bildungsstätte im Leben eines Menschen betrachtet wird und nicht als Aufbewahrungsstätte. Wir müssen die G-Schule durchsetzen, nämlich die Gesamt- und Ganztagesschule. Und die Universitäten müssen finanziell so ausgestattet werden, dass unsere Studierenden die Studienbedingungen erhalten, die sie brauchen."

(Schluss)

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