Umweltverträglichkeitsgutachten zur 3. Piste - Realitätsverweigerung für Fortgeschrittene?

Soll umweltunverträglichste Variante zu Lasten der Steuerzahler durchgeboxt werden?

Wien (OTS) - Die Gutachter für die 3. Piste gehen von einem aktuellen Zustand aus, wo dem Bürger seine Rechte entzogen wurden -von der EU wurde der bislang geführte Ausbau ohne UVP bereits mehrfach reklamiert. Dass das Megaprojekt 3. Piste laut Gutachtern trotz massiver Verkehrssteigerungen am Ende dennoch keine wesentlichen Auswirkungen hat, kann da nicht mehr verwundern. Glaubwürdig ist das allerdings nicht, denn laut Unterlagen soll z.B. die Anzahl der Starts über Liesing mit einer 3. Piste vervierfacht werden (Abbildung Szenarienvergleich). Rund 100 Starts pro Tag über den dicht besiedelten 23. Bezirk - ein Horrorszenario!

Vielmehr stellt sich die Frage ob die Gutachter nicht auch von den nachträglichen Änderungen der Unterlagen einfach überrumpelt wurden?

Generell entsteht der Eindruck, dass sich man sich bei der Bewertung der 3. Piste mehr an einer Wunschvorstellung als an den zahlreichen sachlichen Hinweisen in den Einsprüchen Betroffener orientiert hat. Andernfalls wäre zu erwarten, dass ein Variantenvergleich dessen Realitätsferne dann auch noch durch ein überarbeitetes Planszenario bestätigt wird, auch aktualisiert werden muss.

Darüber, warum eisern an einer falschen Anzahl an Flugbewegungen (Prognose mit Zahlen für 2010!), nicht (mehr) existierenden Flugrouten und einer absurden Flugroutenverwendung (Abbildung Alternative Piste) als Bewertungsgrundlage festgehalten wird darf spekuliert werden. Ebenso über die Zielsetzung des so durchgeführten Variantenvergleichs.

So liegt die Vermutung nahe, dass der Flughafen in Wirklichkeit die umweltUNverträglichste Variante einer 3. Piste durchsetzen will und damit Anrainer und Steuerzahler unnötig belastet werden. Dieser Schluss drängt sich auf, denn mit der Ausrichtung einer 3. Piste direkt auf Wien und den dicht besiedelten Gebieten südlich davon kommt es zu einer Maximierung der vom zusätzlichen Fluglärm Betroffen.

Die in der Zeitung Österreich kolportierte Idee, Liesing mit einer 3. Piste wieder zu umfliegen, ist hingegen selbst dann gut, wenn sie tatsächlich aus dem Wiener Rathaus kommt. Besser wäre aber noch, wenn sich dort auch die Erkenntnis durchsetzt, dass es weder Flugrouten über dicht besiedelten Gebieten noch einer 3. Piste bedarf (Abbildung Abflugrouten nach Nordwesten).

Vielleicht kann die Podiumsdiskussion am 22. September um 19h im Haus der Begegnung in Liesing dazu beitragen. Ist das Thema doch "Einlösung politischer Versprechen zur Flugroute über Liesing -Wann?"

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