"KURIER"-Kommentar von Andrea Hodoschek: "Das System Telekom"

Im halbstaatlichen Großkonzern existierte eine Firma in der Firma.

Wien (OTS) - Auch das bestgeführte Unternehmen ist nicht vor kriminellen Machenschaften einzelner Mitarbeiter gefeit. Bei der Telekom Austria geht es allerdings nicht um die korrupte Kreativität eines singulären Managers. Dass sich der damalige Jungkarrierist Gernot Schiezsler all die Dirty Deals im Alleingang ausgedacht haben soll, ist völlig absurd.
In einem der größten heimischen Konzerne, an dem der Staat maßgeblich beteiligt ist, konnte sich ein schwer korruptes System etablieren. Eine Firma in der Firma, mit doppelter Buchführung im übelsten Sinn. Die von ganz oben gesteuert wurde.
Bei der Aufarbeitung der dunklen Vergangenheit ist neben den strafrechtlichen Aspekten die Frage ganz wesentlich, wie sich in einem Großunternehmen solche Strukturen überhaupt bilden konnten. Lag es nur an Charakterdefiziten der Vorstände, an schleißiger Kontrolle durch den Aufsichtsrat und die Staatsholding ÖIAG, oder weil's so einfach lief, praktisch wie geschmiert. Vermutlich spielen alle diese Gründe zusammen. Faktum ist jedenfalls, dass dieses Unternehmen, abgesehen vom materiellen Schaden, imagemäßig derart schwer beschädigt ist, dass eine Korrektur sehr, sehr mühsam wird.

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