Schultes: "Gesundheitsminister geht vor Tierschutzaktivisten in die Knie"

Verunsicherung und Existenzangst bei Schweinehaltern

St. Pölten (OTS) - "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand", das war die Kernbotschaft von Schweinhaltern in der Region Wiener Neustadt, denen NÖ Bauernbundobmann Hermann Schultes am Mittwoch dieser Woche einen Besuch abstattete. Mittelpunkt der Gespräche Schultes mit den Landwirten waren Maßnahmen zur Absicherung der Betriebe, die sich aufgrund der vom Gesundheitsministerium ausgehenden Verunsicherung über die künftige Zulässigkeit von Ferkelschutzkörben in der Sauenhaltung in einer existenzbedrohlichen Lage sehen.

"Stöger geht offensichtlich vor den Drohungen selbst ernannter Tierschutzaktivisten vom Schlage eines Herrn Balluch in die Knie", kommentiert der Bauernbundobmann die jüngste Entwicklung in der Sache. Denn obwohl er schon den Termin für eine weitere Verhandlungsrunde mit dem Landwirtschaftsminister vereinbart hatte, erklärte Gesundheitsminister Stöger per Brief vom 19.08.2011 an Volksanwalt Peter Kostelka (SPÖ) die Verhandlungen für gescheitert.

Zeitgleich beschuldigte Tierschutzaktivist Balluch in völliger Verdrehung der Tatsachen den Landwirtschaftsminister (!) des Verhandlungsabbruches und unterstellte Nikolaus Berlakovich ein "elitär tierfeindliches Amtsverständnis". Weiters drohte Balluch, der sich anmaßt, selbst Vertreter "des Volkswillens" zu sein, gegenüber Berlakovich, man müsse diesen "an die Öffentlichkeit zerren und zu einer Rechtfertigung für sein Handeln zwingen", man müsse gegen Leute wie ihn "Kampagnen fahren, die den Konflikt systematisch eskalieren". Schultes: "Das sind genau die Methoden, die zu dem Prozess gegen Tierschutzaktivisten in Wiener Neustadt geführt haben." Ein demokratisch gewählter Minister, egal ob er Stöger oder Berlakovich oder sonstwie heiße, dürfe vor solchen Mobbing-Methoden nicht in die Knie gehen, so der Bauernbundobmann.

Das Beharren des Gesundheitsministers auf dem Verbot der Ferkelschutzkörbe wertet Schultes als "gegen das Interesse von Mensch und Tier gerichtet". Schultes: "Der Vorschlag Stögers drängt bäuerliche Betriebe ins Aus, schadet den Tieren und gefährdet die qualitativ hochwertige Versorgung der heimischen Bevölkerung mit Schweinefleisch aus regionaler Produktion." Ein Minister mit so einem Amtsverständnis werde seiner Verantwortung nicht gerecht, so Schultes Mahnung an den Gesundheitsminister. Der Bauernbundobmann führt zudem enorme wirtschaftliche Nachteile für Österreich an, die eine Verlagerung der Ferkelproduktion ins Ausland zur Folge hätte. "Jeder Hof, der zusperren muss, kostet zumindest fünf weiteren Beschäftigten im landwirtschaftsnahen Industrie- und Gewerbebereich den Arbeitsplatz", so Schultes. Dazu komme das Tierleid, das Stögers Vorhaben verursachen würde. Denn es würden wesentlich mehr Tiere im Stall erdrückt und im Fall von Importen auch über wesentlich weitere Strecken transportiert.

Schultes fordert Gesundheitsminister Stöger zurück an den Verhandlungstisch. Ein Vorschlag der Bauernseite zu einer Mensch und Tier dienlichen Vorgangsweise liege dem Minister seit Längerem vor. Zudem solle Stöger mitwirken an einer unmissverständlichen regionalen Herkunftskennzeichnung für Fleisch- und Wurstwaren aus Österreich. (Schluss)

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