FPÖ: Strache: Nach Wulff-Aussagen muss endlich Umdenken in Euro-Krise kommen

Pyramidenspiel führt alle Länder in den Abgrund

Wien (OTS) - FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache hofft aufgrund der klaren Worte des deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, dass es in der EU endlich zu einem Umdenken bei der Euro-Krise komme. Bundespräsident Wulff hatte gestern bei einer Konferenz von Wirtschafts-Nobelpreisträgern in Lindau am Bodensee gesagt: "Erst haben Banken andere Banken gerettet, und dann haben Staaten Banken gerettet, dann rettet eine Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Wer rettet aber am Ende die Retter?" Und weiter hatte er gemeint, die Politik dürfe sich nicht mehr länger "am Nasenring durch die Manege führen lassen, von Banken, von Rating-Agenturen oder sprunghaften Medien. Politik hat Gemeinwohl zu formulieren, auch mit Mut und Kraft im Konflikt mit Einzelinteressen".

Wenn man mit der derzeitigen Methode, unentwegt Milliarden um Milliarden in die Pleitestaaten zu pumpen, weitermache, stehe am Ende der Bankrott aller Euro-Länder, warnte Strache. Mit dem Geld werde außerdem nicht den Menschen dort geholfen, sondern es würden nur die Interessen von Großbanken und Spekulanten bedient. Diese seien die einzigen, die von diesem verantwortungslosen Pyramidenspiel profitieren würden.

Strache forderte einen Diskurs über den weiteren Fortbestand der Euro-Zone in der jetzigen Form. Konkret sollten die zwei Möglichkeiten von einerseits der Bildung einer neuen Hartwährungszone und andererseits eines Ausschlusses schwacher Länder angedacht werden. Nur so könne gewährleistet werden, dass durch Abwertungen in den betroffenen Volkswirtschaften die Produktivität wieder in geeignetem Maße angekurbelt werden könnte, um aus der Defizit-Falle zu gelangen.

Ebenfalls erforderlich ist laut Strache eine Trennung des Bankgeschäftes in Geschäfts- und Investmentbanken. Hier würde es die Schuldigen treffen, denn die Bankinstitute hätten mit ihrem internationalen Investmentbanking-Bereich gigantische Kreditblasen erzeugt und damit gewaltige Gewinne eingefahren, bis diese künstlichen Blasen geplatzt seien. Die Rechnung der Finanzkrise bekämen aber nicht die Verursacher - also Bankhäuser und Hedgefonds -präsentiert, sondern der gewöhnliche Steuerzahler. Außerdem brauche man eine Banken-Konkursordnung, denn derzeit seien die Banken derartig groß, dass deren Konkurs unser gesamtes Wirtschaftssystem ins Wanken bringe oder gar zerstören könne.

Nach den Aussagen des deutschen Bundespräsidenten müssten sogar die größten Euro-Fanatiker erkennen, dass man nicht mehr weitermachen könne wie bisher, meinte Strache. Man dürfe nicht zuwarten, bis ganz Europa im Bankrott versinke, sondern müsse jetzt die richtigen Weichen stellen.

Rückfragen & Kontakt:

Freiheitlicher Parlamentsklub
Tel.: 01/ 40 110 - 7012
presse-parlamentsklub@fpoe.at

http://www.fpoe-parlamentsklub.at
http://www.fpoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0003