VKI: Kfz-Versicherungen - Nichts zu verschenken

VKI rät zu regelmäßigem Polizzencheck

Wien (OTS/VKI) - Es klingt einfach und ist zugegebenermaßen
bequem: Man kaufe sich ein Auto, nehme die erstbeste angebotene Versicherung und bleibe auch bei allen nachfolgenden Autos stets beim gleichen Versicherer. Die Kehrseite: Das kann ins Geld gehen. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat in Kooperation mit unabhängigen Versicherungsmaklern bestehende Kfz-Polizzen geprüft und zeigt in der September-Ausgabe des Testmagazins KONSUMENT anhand von fünf konkreten Beispielen Einsparpotenzial auf. Dieses lag oft zwischen 100 und 250 Euro, im Fall einer Polizze mit Teilkasko bei nahezu 400 Euro, und bei einer weiteren Polizze mit Vollkasko gar bei rund 560 Euro pro Jahr - sofern zu einem günstigeren Anbieter gewechselt würde.

"Den besten, günstigsten Versicherer können wir aber nicht empfehlen. Denn diesen gibt es einfach nicht. Das hat einerseits damit zu tun, dass die Vorgaben und Bedürfnisse der Konsumentinnen sehr unterschiedlich sind. Andererseits befindet sich das Angebot der Versicherer ständig im Wandel. Deshalb ist es uns wichtig, anhand der von uns analysierten Fälle aufzuzeigen, welche Einsparungen prinzipiell möglich sind. Stichwort: jährliche Zahlungsweise. Mit einem Umstieg von monatlicher oder halbjährlicher Zahlung auf jährliche Zahlungsweise kann man immer sparen. Dazu muss nicht einmal der Versicherer gewechselt werden. Ob aber auch mögliche Einsparungen durch Umstellung von Voll- auf Teilkasko, ein Selbstbehalt oder etwaige Rabatte sinnvoll sind, das ist im konkreten Fall zu klären", erläutert VKI-Versicherungsexpertin Mag. Silvia Doppler.

"Wir können keine einfache Lösung im Sinne von - wähle diesen Versicherer und diese Option - anbieten, aber die Formel, wie man möglichst wenig Geld auf der Straße liegen lässt", so VKI-Geschäftsführer und Leiter des Bereichs Untersuchung Ing. Franz Floss. "Sie ist simpel, wenn auch nicht unbedingt einfach umzusetzen:
Vergleichen - unter Umständen mit Hilfe eines unabhängigen Versicherungsmaklers - und wissen, was man will und braucht. Dann ist unter Umständen auch eine Einsparung von mehreren hundert Euro möglich. Ein weiterer Punkt wäre: Sich nicht von Rabatten oder Dumpingprämien blenden lassen. Sie sind nicht per se schlecht, aber sie sollten sehr genau auf Ausschlüsse, Einschränkungen und Bedingungen überprüft werden. Sonst gibt es im Schadensfall Probleme."

VKI-Vergleich - gemeinsam mit unabhängigen Versicherungsmaklern

Der VKI hat mit Unterstützung von Wiener Versicherungsmaklern und dem Onlineportal www.durchblicker.at aktuell bestehende Polizzen analysieren und Vergleichsangebote erstellen lassen. Hier zeigte das konkrete Beispiel einer 50jährigen Frau (Teilkasko, Fahrzeug 96kW, Baujahr 2004, Bonus-Malus-Stufe 00 seit vielen Jahren), dass bei gleicher Versicherungssumme und Umstellung der Zahlungsweise auf jährlich Einsparungen bis knapp 400 Euro jährlich möglich sind. Selbst bei höherer Deckung und/oder niedrigerem Selbstbehalt gäbe es zum Zeitpunkt der Erhebung noch immer deutlich günstigere Angebote.

Vorsicht bei Dumpingprämien und Rabatten

Dumpingprämien machen oft nur auf den ersten Blick Freude. Hier sollte man aufpassen, dass sich nicht irgendwo ein Haken verbirgt, der im Schadensfall für eine böse Überraschung sorgt, etwa weil der Vertrag ungewöhnliche Ausschlussklauseln enthält, die Versicherungssumme viel zu niedrig angesetzt wurde oder der Versicherer im Schadensfall beinhart agiert und mit null Kulanz zu rechnen ist.

Auch Rabatte sind nicht immer das Gelbe vom Ei. Rabatte senken die Prämie, sind aber - wenn an Bedingungen geknüpft - nicht immer ein Geschenk. So gibt es beispielsweise manche geschenkte Bonusstufen oft nur gegen Abschluss einer weiteren Versicherung (z.B. Lebensversicherung). Bei einem Wechsel fallen sie ersatzlos weg, die zusätzliche Versicherung läuft aber weiter. Am besten sind Nachlässe ohne zusätzliche Bedingungen, etwa Sonder-, Vorzugs-, Treue- oder Stammkundenrabatte. Wenn man sich etwa auf einen Fahrerrabatt nur für die Versicherten und Familienangehörigen einlässt, sollten auch wirklich nur die jeweiligen Personen mit dem Auto fahren, sonst droht im Schadensfall ein Schadenersatz-Beitrag.

Einsparen ohne Wechsel

Oft muss gar nicht der Versicherer gewechselt werden, um die Polizze zu optimieren. Eine Möglichkeit ist etwa, seinem Versicherer nach Vorlage eines günstigeren oder besseren Angebots, das beispielsweise per Online-Vergleich eingeholt wurde, einen Prämiennachlass zu entlocken. Ein anderer Weg führt über Versicherungsmakler, die als "Großkunden" für gleiche Ausgangsbedingungen deutlich bessere Konditionen erzielen können.

Selbst wenn ein Wechsel denkbar unproblematisch ist, gibt es auch Einsparmöglichkeiten, wenn man beim bisherigen Versicherer bleiben möchte, z.B. wegen der guten Betreuung:

- Jährlich zahlen. Dadurch entfallen die Unterjährigkeitszuschläge bei der motorbezogenen Versicherungssteuer und bei den Prämien.

- Polizze durchforsten. Unnötige Zusätze kündigen, etwa Insassenunfallversicherung oder Diebstahlversicherung für ein altes Auto.

- Eingeschränkter Selbstbehalt. Bei Haftpflicht Variante mit Selbstbehalt im Schadensfall überlegen.

- Kasko reduzieren. Eventuell von Voll- auf (erweiterte) Teilkasko wechseln. Bei hohem Selbstbehalt Sinnhaftigkeit von Kasko hinterfragen.

So wechselt man die Versicherung

- Die Kfz-Haftpflichtversicherung kann man jährlich zum Ablauf des laufenden Versicherungsjahres schriftlich mit einem Monat Kündigungsfrist beenden - am besten durch einen eingeschriebenen Brief. Weitere Möglichkeiten wären: Kündigung bei Fahrzeugverkauf, im Schadensfall oder bei einer Prämienerhöhung.

- Kündigen kann man auch Kaskoversicherungen. Die Kündigungsfrist liegt hier je nach Vertrag bei ein bis drei Monaten.

- Idealerweise beginnt man mit seinen Recherchen etwa sechs bis acht Wochen vor Hauptfälligkeit. Dann halten auch die eingeholten Angebote der Versicherungen. Die Antragsbindefrist beträgt sechs Wochen.

- Bevor man kündigt, sollte man die schriftliche Zusage des neuen Versicherers abwarten. Das Mitnehmen der bisherigen Bonusstufe ist problemlos möglich - außer es handelt sich um versicherungsinterne Geschenkeinstufungen.

- Hat man sich für einen neuen Versicherer entschieden, benötigt dieser die Fahrzeugdaten, den gewünschten Versicherungsbeginn und die Zahlungsdetails. Dann erfolgt ein neuer Antrag.

- Für den Zeitpunkt des Versicherungswechsel hinterlegt der neue Versicherer eine Versicherungsbestätigung der neuen Versicherung bei einer Zulassungsstelle. So hat man umgehend den beantragten Versicherungsschutz. Die Polizze erhält man normalerweise erst ein paar Tage später.

Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.konsument.at und in der Septemberausgabe des Testmagazins KONSUMENT.

Rückfragen & Kontakt:

Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
amorawetz@vki.at
www.konsument.at

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