Notfall NÖ Ärztedienst

Reanimationsversuche der NÖ Ärztekammer bleiben nicht wirkungslos

Wien (OTS) - Seit dem Jahr 2000 steht in Niederösterreich den Patienten der NÖ Ärztedienst, eine funktionierende nächtliche Versorgung während der Woche von 19 Uhr bis 7 Uhr, zur Verfügung. Diese Einrichtung wird vom Land NÖ, der NÖ Gebietskrankenkasse, Rettungsorganisationen, Notruf NÖ und der NÖ Ärztekammer getragen. Der Patient kann über die Rufnummer 141 einen Arzt in der Telefonzentrale erreichen. Wenn ein ärztlicher Hausbesuch erforderlich ist, stehen in 35 Regionen Visitenärzte zur Verfügung. Damit ist zusätzlich zum Wochenend- und Feiertagsbereitschaftsdienst der Kassenvertragsärzte eine nächtliche Versorgung der Patienten durch Allgemeinmediziner sichergestellt.

Seit der Etablierung des NÖ Ärztedienstes im Jahr 2000 ist es zu mehrfachen technischen und strukturellen Veränderungen im Einvernehmen aller Vertragsparteien gekommen. Diese Anpassungen und insbesondere die finanziellen Rahmenbedingungen sowie der zunehmende Ärztemangel führen mittlerweile zu Ressourcenproblemen bei der Aufrechterhaltung des Systems. Die Fortführung des NÖ Ärztedienstes setzt weiterhin die Dienstbereitschaft qualifizierter Ärzte voraus, die jedoch aufgrund ähnlich gelagerter Bereitschaftsdienste mit besseren Rahmenbedingungen (besserer technischer und medizinischer Support und etwa doppeltes Honorar für gleichen Nachtdienst) nicht gegeben ist.

Verbesserungsvorschläge der Ärztekammer nur teilweise umgesetzt

Der Wunsch der Ärzteschaft wäre natürlich die Gleichstellung der Systeme, sowohl der Rahmenbedingungen als auch der Honorare für Ärzte im Nachtdienst. Dr. Gerrit Loibl, Vizepräsident der NÖ Ärztekammer und Leiter des Referates für Notfall- und Rettungsdienste sowie Katastrophenmedizin und Bereitschaftsdienst: "Dass dies nur ein langfristiges Ziel sein kann, liegt auf der Hand. Um die Versorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten, hat die Ärztekammer einer vorläufigen Verlängerung des Projektes zugestimmt. Es ist nunmehr möglich, dass zwei geographisch zusammenhängende Regionen von einem Arzt betreut werden, da es immer schwieriger wird, für jede einzelne Region einen Visitenarzt für die Betreuung zu den bestehenden Bedingungen zu finden. Die anderen von der Ärztekammer ausgearbeiteten Verbesserungsvorschläge, sowohl auf struktureller als auch finanzieller Ebene, wurden vom Land NÖ nicht einmal zur Diskussion gestellt."

"Diese vorläufige Verlängerung stellt jedoch nur eine provisorische Lösung dar. Insbesondere der sich verschärfende Ärztemangel und der sich daraus ergebende medizinische Versorgungsengpass der Bevölkerung bedeuten, dass das bestehende System mit diesen Rahmenbedingungen nicht aufrecht erhalten werden kann. Die NÖ Ärztekammer schließt daher eine darüber hinaus gehende Verlängerung aus, weil dadurch dringend notwendige Reformmaßnahmen nicht verhandelbar sind. Ein ewiges Fortschreiben einer veralteten Vertragsstruktur dient nicht dem Ziel einer verbesserten Patientenversorgung, weshalb wir das Projekt zum 31. Dezember 2012 aufkündigen werden", so Dr. Loibl weiter.

Medizinische Versorgung vorerst aufrecht

Die Ärztekammer wird in den kommenden Monaten intensiv versuchen einerseits auf dem Verhandlungsweg ein zukunftsfähiges System zu schaffen und andererseits die notwendige Anzahl an Callcenter- und Visitenärzten mittels Inseraten in mehreren Zeitungen bereitzustellen, um die bestmögliche Versorgung der niederösterreichischen Patienten zu gewährleisten. "Ob die gegebenen Bedingungen einen tatsächlichen Anreiz für die Ableistung eines hochqualifizierten Nachtdienstes bilden, ist zweifelhaft, doch können diese von der Ärztekammer nicht einseitig abgeändert werden", so Vizepräsident Loibl abschließend.

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