82 Prozent Unterentlohnung auf Tiroler Baustelle

Kontrollen gegen Lohn- und Sozialdumping auf Baustellen in Tirol funktionieren

Wien (OTS/GBH/ÖGB) - Mit der Arbeitsmarktöffnung hat bekanntlich Sozialminister Rudolf Hundstorfer noch vor dem 1. Mai 2011 das Lohn-und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSDB-G) im Parlament beschließen lassen. Mittlerweile liegen erste Ergebnisse seitens der Bauarbeiter Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) von Baustellenkontrollen vor. Seit 1. Mai wurden in Tirol 30 Baufirmen auf Baustellen kontrolliert. Davon wurde bei elf ein Verdacht auf Unterentlohnung bei den Bezirkshauptmannschaften angezeigt und erste Strafanträge gestellt.++++

Ein konkretes Beispiel: Im Mai wurde anlässlich einer Baustellenkontrolle bei sechs Trockenbauern einer polnischen Firma Unterentlohnung bis 82 Prozent festgestellt! Diese polnische Firma arbeitete über einen Subauftrag für eine österreichische Firma. In diesem Fall erstattete die BUAK im August nach Prüfung der Lohnunterlagen Anzeige mit einem Strafausmaß in der Gesamthöhe von 96.000 Euro bei der Bezirksverwaltungsbehörde.

Bei allen Unterentlohnungsfällen spiegelt sich ein ähnliches Schema wieder. Aufträge werden an Firmen und von diesen überwiegend als Subaufträge an ausländische Firmen weiter vergeben. Bei sämtlichen Anzeigen in Tirol handelt es sich um Anzeigen an ausländische Firmen.

Für den Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Tirol, Christian Hauser, ist klar: "Wir müssen verstärkt Aufklärungsarbeit bei den österreichischen Auftraggebern leisten. Nur die Auftraggeber entscheiden wer in Österreich letztendlich Aufträge bzw. Subaufträge bekommt. Dem privaten und öffentlichen Auftraggeber muss klar sein, dass sich Lohn- und Sozialdumping nicht auszahlt. Weder in der Qualität, Gewährleistung noch zur Finanzierung unseres Wirtschafts-und Sozialsystems. Daher gilt für alle, bei Verdachtsfällen nicht wegzusehen. Wir appellieren auch an alle Auftraggeber, von schwindeligen Subvergaben Abstand zu nehmen."

GBH-Bundesvorsitzender-Stv. Josef Muchitsch ergänzt: "Wir als Baugewerkschaft werden auch in Zukunft beim Verdacht auf unfairen Wettbewerb hinschauen und dabei keine Rücksicht auf die Verursacher nehmen. Lohn- und Sozialdumping gefährdet die Existenz der Arbeitnehmer. Daher Hände weg von unmoralischen Angeboten von dubiosen Firmen."

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