Die einzementierte soziale Ungleichheit (von Michaela Geistler-Quendler)

Ausgabe 25. Aug. 2011

Klagenfurt (OTS) - Die Forderung kommt an sich nicht überraschend, beweist aber einmal mehr, wie sehr nicht zuletzt Österreich verteilungspolitisch auf der Stelle tritt: ÖGB-Chef Franz Foglar verlangt einen Systemwechsel, neue Regeln für die Finanzwirtschaft, eine Vermögenssteuer und hofft auf adäquate Löhne. Es dürfte ein frommer Wunsch bleiben, wenn man sich die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachtet: Auf den Finanzmärkten tobt die ungebremste Gier, von Beschränkungen ist man weit entfernt. Die Finanzwirtschaft dient nicht der Realwirtschaft, sondern in erster Linie sich selbst. Eine effiziente Vermögenssteuer zu verlangen, gilt nach wie vor als verpönt. Und das, obwohl gerade der Verzicht auf solche Instrumente gesellschaftliche Benachteiligung regelrecht einzementiert. Wie viele Arbeitnehmer können schon einen Vermögensvorsprung durch das Entgelt für ihre Leistung kompensieren? Alle diese Unverhältismäßigkeiten bergen sozialen Sprengstoff. Es ist die Frage, wie lange man es sich noch leisten kann, diese Systemfehler zu ignorieren.

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