"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Realitätsverweigerer"

Die SPÖ tut, als würden an den Unis Milch und Honig fließen.

Wien (OTS) - Die ÖVP verwahrt sich gegen jede bildungspolitische Neuerung - das beklagte die SPÖ jahrelang. Jetzt ist sie die "Neinsager-Partei". Studiengebühren? Kommen nicht infrage. Zugangsbeschränkungen?
Mit uns nicht. Numerus clausus? Kein Thema.
Dieser Standpunkt wäre berechtigt, wäre die Situation an den Universitäten so, wie sie sein sollte: Genügend Platz, genügend Personal, Bedingungen, unter denen sich effizient studieren lässt. Tatsächlich herrscht Ausnahmezustand an den hohen Schulen. Gut möglich, dass es bestimmte Fächer mangels Ressourcen bald nicht mehr gibt. Angesichts dessen klingt Laura Rudas' Begehr "Wir wollen mehr, nicht weniger Studierende" wie Hohn. Selbst führende Genossen wie Gabi Burgstaller haben erkannt, dass es so nicht weitergehen kann. Nur die Bundes-SPÖ will die Realität nicht wahrhaben. Na ja, mehr Geld würden die Unis schon vertragen, aber Wissenschafts- und Finanzministerium seien leider in Händen der ÖVP.
Die SPÖ sollte sich entscheiden: Bleibt sie beim Njet zu jeder Form der Limitierung, hat sie für ein ordentliches Budget zu sorgen; schließlich stellt sie den Kanzler. Gelingt ihr das nicht, darf sie nie mehr predigen: Alle müssen die gleichen Chancen auf Bildung haben.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002