AK-Kalliauer: Nein zur Abschaffung der Invaliditätspension

Linz (OTS) - Ein klares Nein zum Vorschlag, die Invaliditätspensionen aus dem Pensionssystem zu eliminieren, kommt von AK-Präsident
Dr. Johann Kalliauer: "Das ist Schwachsinn. Solche Angriffe verängstigen nur die Menschen. Zielführender wäre es, verstärkt in den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu investieren und die Arbeitsbedingungen zu verbessern."

Inakzeptabel, zynisch, menschenverachtend: So bezeichnete Kalliauer den Angriff von IHS-Chef Felderer auf die Invaliditätspension. Dieser schlägt in einer Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer vor, diese Pensionsart abzuschaffen. Menschen mit massiven gesundheitlichen Einschränkungen würden damit aus dem Pensionssystem gedrängt und dem freien Arbeitsmarkt überlassen werden. "Da sitzen der vermeintliche Pensionsexperte Felderer und Wirtschaftskammerchef Leitl beisammen und tun so, als ob die Politik den Menschen mit geminderter Leistungsfähigkeit die Arbeitsplätze zur Verfügung stellen könnte. Ich fordere Leitl auf, eine Beschäftigungsgarantie für diese Menschen abzugeben, wenn er die Invaliditätspension abschaffen will", sagt der AK-Präsident.

Nicht die Invaliditätspension ist das Problem, sondern die Arbeitsbedingungen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen. Arbeitsbedingungen verbessern und nicht kündigen, ist das Gebot der Stunde. Kalliauer schlägt vor, Betriebe, die Menschen krank machen, verstärkt in die Pflicht zu nehmen, zum Beispiel durch höhere Sozialversicherungsbeiträge.

Fakten statt Mythen zur I-Pension

Invaliditätspensionen sind nicht die Regel: Laut Hauptverband der Sozialversicherung erhalten die Österreicher/-innen zu mehr als zwei Drittel eine Alterspension. Der Anteil an einer Pension aufgrund geminderter Erwerbsfähigkeit liegt bei unter zehn Prozent.

Der Zugang zur I-Pension ist schwierig, die Ablehnungsrate hoch:
Im Jahr 2010 wurden 76.246 Anträge gestellt, 61,2 Prozent wurden abgelehnt, nur 38,8 Prozent wurden positiv erledigt.

Geringere Pensionshöhe: Invaliditätspensionisten/-innen bekommen monatlich um rund 72 Euro (bei 14maliger Berechnung rund 1000 Euro pro Jahr) weniger Pension als Alterspensionisten/-innen. Sie liegt im Schnitt bei 1118 Euro bei Männern und bei 773 Euro bei Frauen. Bei 22,9 Prozent ist die Pension so gering, dass eine Ausgleichszulage notwendig ist.

I-Pensionisten/-innen sterben früher: Invaliditätspensionisten haben statistisch gesehen eine um zehn, -pensionistinnen eine um sieben Jahre kürzere Lebenserwartung.

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