JW-Roth in Alpbach: Pensionssystem mit Realismus reformieren - parteipolitische Schranken überwinden

Experten diskutieren über Gerechtigkeit im Pensionssystem

Wien (OTS/PWK604) - Beim Arbeitskreis zum Thema "Gerechtigkeit
im Pensionssystem: Ein (un-)lösbares Dilemma?" diskutierte JW-Bundesvorsitzender Markus Roth bei den Alpbacher Reformgesprächen mit Experten wie Christine Mayrhuber (Wirtschaftsforschungsinstitut), und Interessenvertretern wie der Vorsitzenden des Wiener Seniorenbunds, Ingrid Korosec, und Adolf Buxbaum (Arbeiterkammer Wien) die auseinanderklaffenden Bedürfnisse der Generationen. Professor Bernd Marin machte eindrucksvoll die Dringlichkeit von Reformen deutlich: "In Österreich ist schon heute jede dritte Pensionsleistung nicht durch Beitragsleistungen gedeckt." Der Zuschuss aus dem Budget zum Pensionssystem betrage heuer rund 14 Mrd. Euro, und der Finanzierungsbedarf - "das Pensionsloch" - wird nach aktuellen Berechnungen alleine durch die Zunahme der Lebenserwartung jedes Jahrzehnt um 2,5 Mrd. Euro wachsen.

Roth: "Ich sehe große Einigkeit in der Erkenntnis, dass Reformbedarf besteht. Die parteipolitischen Schranken verhindern in der Tagespolitik viele notwendige Reformschritte." Die Entscheidungen über das Pensionssystem müssten von der Tagespolitik abgekoppelt werden. Er definierte den Begriff "Vertrauensschutz" ironisch so, dass Politiker Dinge versprechen und dann darauf vertrauen könnten, dass sie von denen, die profitieren, wiedergewählt werden. "Damit muss Schluss sein. Für mich gilt: Anpassung der Pensionen im gesetzlichen Ausmaß - und das wars. Gefragt sind nachhaltige Lösungen, die langfristig halten und realistisches wirtschaftliches Denken", betonte der JW-Bundesvorsitzende.

AK-Vertreter Buxbaum verwies auf Prognosen bis 2060, wonach der Aufwand für die Beamten langfristig sinken würde und hofft auf mehr Gesundheitsprävention, um ein längeres Erwerbsleben möglich zu machen. Er sieht Einigkeit auf europäischer Ebene, wo von den Sozialpartnern im Wirtschafts- und Sozialausschuss soziale Infrastruktur und die Belebung des Arbeitsmarktes als wichtigste Maßnahmen zur Lösung des Problems der Alterssicherung gesehen werden.

Seniorenvertreterin Korosec kann sich jährliche Anpassungen des Pensionsalters an die Lebenserwartung vorstellen. Das "geheimnisvolle Wesen Pension" brauche Einfachheit und Transparenz. Die Zusammenhänge von Bildungsbereich, Arbeitsmarkt und Pensionssystem müssen stärker bedacht werden, die junge Generation müsse sich auch Anforderungen wie etwa lebenslangem Lernen stärker stellen. (PM)

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