HTU Wien: ExpertInnenbericht zum Hochschulplan voller gezielter Falschaussagen

Lückenhafte Argumentation, fehlende Quellen und einseitige Betrachtungsweise reduzieren den gestern vorgestellten Bericht zu einem rein politischen Auftragswerk

Wien (OTS) - Die Argumentationsketten der ExpertInnen haben oft keinen kausalen Zusammenhang, die angeführten Zahlen sind irreführend und auf viele verknüpfte Probleme wird erst gar nicht eingegangen.

Soll ein Bereich wie das österreichische Bildungssystem saniert werden, müssen die zugrunde liegenden Daten auch fundiert sein. Die ExpertInnengruppe nimmt es damit scheinbar nicht so genau. Als Quelle sind nur zu oft ominöse "Stakeholder-Interviews" ohne konkrete Personenangaben zu finden.

Waren die Gründe für Studiengebühren immer schon unzureichend, wird in diesem Bericht ganz auf sie verzichtet. Stattdessen genügt anscheinend ein Verweis auf die bessere soziale Durchmischung an den Fachhochschulen, um daraus zu folgern, "dass die Studienbeiträge für die soziale Durchmischung in Österreich keine signifikante Rolle spielen", wie in dem Bericht angemerkt wird. "Studierende, die in ihrer Bachelorarbeit solche Zusammenhänge erfinden, würden die Arbeit zurückgeworfen bekommen", ist Martin Olesch, Vorsitzender der HochschülerInnenschaft an der Technischen Universität Wien erzürnt.

"Wenn vorhandene Daten nicht in das politische Konzept passen, werden stattdessen andere, nicht vergleichbare Zahlen verwendet," so Olesch weiter. "Anstelle der österreichischen Hochschulprognose verwenden die ExpertInnen lieber Daten aus der Schweiz. Diese dienen dann als Begründung für Zugangsbeschränkungen, welche mit den österreichischen Zahlen in keinster Weise argumentierbar sind."

Der Bericht versucht gar nicht erst, objektiv zu sein, sondern liefert nur fadenscheinige Begründungen für altbekannte politische Ziele. Dieses Dokument ist als Diskussionsgrundlage zur weiteren Entwicklung der Hochschullandschaft nicht vertretbar. Bundesminister Töchterle sollte stattdessen endlich in Gesprächen mit den Studierenden und den ProfessorInnen ein nachhaltiges Konzept für die österreichischen Hochschulen erarbeiten und umsetzten. Die Zukunft eines Landes wird nicht zuletzt über die Qualität und Verfügbarkeit höherer Bildung definiert.

Detaillierte Hintergrundinformationen unter:
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