Minister Berlakovich lässt Verhandlungen über Schweine-Kastenstandverbot scheitern

VGT nennt Berlakovichs Aussage, körpergroße Käfige seien tiergerecht, einen unerträglichen Zynismus, der ihn als Landwirtschaftsminister disqualifiziert

Wien (OTS) - Geschlagene 8 Monate sind seit dem Vorschlag des SPÖ-Gesundheitsministers Stöger vergangen, die Kastenstandhaltung von Mutterschweinen auf ein Minimum zu reduzieren.

ÖVP-Landwirtschaftsminister Berlakovich verweigerte zunächst jeden Kommentar, nahm überraschend Ende Juli ein Mal an einem Gespräch mit Minister Stöger teil, äußerte sich dann aber letzten Sonntag zynisch und herablassend über Tierschutz in einem Interview in der Tageszeitung "Die Presse" und ließ jetzt die Verhandlungen platzen, wie ein Brief von Minister Stöger an die Volksanwaltschaft beweist. VGT-Obmann DDr. Martin Balluch erbost: "Minister Berlakovich zeigt eine dramatische Unreife für den demokratischen Prozess. Er verweigert jede Verhandlung und versucht die Weiterentwicklung zu sabotieren. Wir könnten schon seit 8 Monaten eine neue Schweinehaltungsverordnung haben. So aber lässt Berlakovich
nicht nur die Schweine im Regen stehen, er hält auch die Bauernschaft in Rechtsunsicherheit, sie kann ohne richtungsweisende Entscheidung nicht in neue Haltungsformen investieren. Und der großen Mehrheit der Menschen in Österreich - 80% sind laut Umfrage für ein Kastenstandverbot - zeigt Berlakovich den Stinkefinger."

Der VGT-Obmann verweist auf die Aussagen von Berlakovich in der Presse:

"Dass Berlakovich einen körpergroßen Käfig für Mutterschweine als tiergerecht bezeichnet, ist ein unerträglicher Zynismus, der ihn als Politiker und Landwirtschaftsminister disqualifiziert. Alternative Systeme gebe es nicht, behauptet er. Was machen dann die Schweinebetriebe in Schweden und der Schweiz, fragt man sich, oder die Biobauern und -bäuerinnen in Österreich, die alle ohne Kastenstand auskommen? Es geht nicht darum, Haltungssysteme zu finden, die genauso billig wie bisher ohne Kastenstand produzieren, sondern offen dazu zu stehen, dass Tierschutz und Qualität in der Tierhaltung eben Geld kosten. Ein Geld, das, wie sich beim Legebatterieverbot gezeigt hat, Herr und Frau Österreicher durchaus bereit sind, zu bezahlen. Die Regierung gibt für viel unwichtigere Dinge wesentlich mehr Geld aus, als für Tierschutzbelange, hinter denen große Mehrheiten stehen. Berlakovich geht es in Wirklichkeit nur um die billigst mögliche Produktionsform für seine Klientel, die Tierindustrie, Tierschutz und die Meinung der Mehrheit der Menschen sind ihm vollkommen egal. Im Presseinterview gibt er sogar offen zu, nur eine Marionette der Tierindustrie zu sein, nennt er sie doch freimütig die größte politische Lobby in Österreich. Die ÖVP täte gut daran, sich auf ihre konservativen Werte wie Tierschutz zurück
zu besinnen, sonst verkommt sie noch vollkommen zur Lobbyistenpartei - und wird für die Menschen unwählbar!"

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