"shift happens": Die Markt- und Meinungsforschung im Umbruch

Marketagent.com präsentiert den Digital Research Barometer 2011

Wien (OTS) - Laut dem ESOMAR "Industry Report" ist Online Research mittlerweile der weltweit wichtigste MaFo-Umsatzbringer unter den Erhebungsmethoden. Die Online Methodik machte 2009 22% des weltweiten MaFo-Umsatzes aus, mit telefonischen Befragungen wurden 17% des Branchenumsatzes erwirtschaftet. Gesamt betrachtet ist der Umsatz der Marktforschungsbranche global rückläufig - dieser fiel im Jahr 2009 auf 28,9 Milliarden US-Dollar. In Deutschland haben Online-Interviews 2010 mengenmäßig erstmals Telefon-Interviews, bislang das wichtigste Erhebungsinstrument, überholt. Laut aktuellen Zahlen des ADM wurden 2010 38% der Interviews Online gegenüber 35% per Telefon erhoben.

Verantwortlich für die positive Entwicklung zu Gunsten der Marktforschung im WWW sind die stetig steigende Internet-Durchdringung sowie der Rückgang der Festnetzanschlüsse bei gleichzeitig reduzierter Teilnahmebereitschaft bei Interviews am Handy. Laut RTR ist die Anzahl der österreichischen Festnetz-Anschlüsse im Privatbereich zwischen 2004 und 2010 von 2.405.000 auf 2.044.000 zurückgegangen. Diese Migration basiert auf einer grundsätzlichen Verlagerung der Gesprächsminuten in Richtung Mobil-Telefonie. Demgegenüber sind laut AIM bereits 80% der Österreicher ab 14 Jahren über das WWW und somit über das Online-Research-Instrumentarium erreichbar. Damit steht die Stichprobenziehung im WWW auf immer valideren Beinen, während telefonische Befragungen ihre methodische Unantastbarkeit, vor allem hinsichtlich der Repräsentativität der Stichprobenziehung verlieren. Zwar beläuft sich die Handypenetration in Österreich laut RTR auf 143%, jedoch sind Mobiltelefone nicht im gleichen Ausmaß in öffentlichen Telefonbüchern eingetragen. Zudem ist die Umfrage-Teilnahmebereitschaft bei Kontaktaufnahme am Handy deutlich geringer.

Der Digital Research Barometer 2011

Entwicklungen wie diese bringen etablierte Umfragemethoden zunehmend in Diskussion und lassen den Siegeszug der Marktforschung im Web weiter fortsetzen. Aber auch die Befragung über mobile Endgeräte wie z.B. Handy oder Tablet-PC hat gerade durch massive Veränderungen in der Kommunikationslandschaft Potenzial, sich neben den klassischen Erhebungsmethoden zu etablieren.

Vor diesem Hintergrund präsentierte Thomas Schwabl, Geschäftsführer des Online Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent.com, am 24. August die Ergebnisse der aktuellen Studie "Digital Research Barometer 2011" - eine Befragung von rund 230 Marktforschungsauftraggebern aus Österreich und Deutschland zum Status Quo und zum Potenzial von Online und Mobile Research. Laut Studienergebnis schätzen Marktforschungsexperten, dass 2020 fast neun von zehn Personen im Alter ab 14 Jahren über das Internet erreichbar sein werden. 64% bewerten den Rückgang der Festnetz-Anschlüsse für die telefonische MaFo dagegen als problematisch. Der Trend zugunsten CAWI wird sich aus Expertensicht auch in Zukunft fortsetzen. Online-Interviews wird unter den quantitativen Methoden das größte Zukunftspotenzial zugeschrieben. Laut Experteneinschätzung wird der Anteil an Online Interviews in 5 Jahren bei über 50%, in 10 Jahren bei zwei Drittel liegen.

Ein ähnlich hohes Zukunftspotenzial wird Mobile Research via Smartphone, Handy oder Tablet zugesprochen (33,8%). Zum aktuellen Zeitpunkt zählt sie allerdings erst jeder vierte Branchenkenner zum Standardrepertoire der Marktforschung (Ö: 25,2%, D: 27,6%). Als größte Vorteile von Mobile Research gelten die gute Erreichbarkeit mobiler Zielgruppen (33,3%), die Orts- und Zeitunabhängigkeit des Erhebungsmediums (41,2%) sowie die Möglichkeit für sehr kurzfristige Befragungen mit rascher Response (38,6%). Kopfzerbrechen bereiten dagegen noch die fehlende Homogenität der Handy-Browser (33,8%), und die teilweise umständliche Dateneingabe am Handy-Display (30,7%). Grundsätzlich Interesse an der Befragung über mobile Endgeräte signalisiert bereits jeder zweite Marktforschungsauftraggeber (52,7%). Ein Vergleich mit bisherigen Expertenbefragungen über einen Beobachtungszeitraum von knapp 2 Jahren zeigt, dass die Orientierung in Richtung mobile Research tendenziell im Zunehmen ist.

"Wir müssen in dieser Forschungsdisziplin durch massive Veränderungen in der Kommunikationslandschaft laufend mit Weiterentwicklung rechnen", so Thomas Schwabl. "Die Marktforschungs-Landschaft befindet sich ständig in Bewegung und die Zukunft bringt sicherlich spannende Entwicklungen innerhalb der Branche. Welche Rolle die digitalen Forschungsmethoden in der Zukunft genau spielen werden, erwarten wir mit Spannung. Erfreuliche Ergebnisse prognostizieren auf jeden Fall die Ergebnisse unseres Digital Research Barometers."

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