Alpbach: Mit patientenorientierten Reformen zu mehr gesunden Lebensjahren

"Gesund, gerecht, bezahlbar - ein Widerspruch?" - Alpbach-Arbeitskreis startet innovativen Gesundheitsdialog

Wien (OTS/PWK602) - Im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach
2011 wurde beim FOPI-Arbeitskreis zum Thema "Gesund, gerecht, bezahlbar - ein Widerspruch?" in Kooperation mit der WKÖ-Initiative Plattform Gesundheitswirtschaft ein innovativer Dialog gestartet, um patientenorintierte Reformen des Gesundheitssystems zu erarbeiten und voranzutreiben.

Es diskutierten Gesundheitsminister Alois Stöger, hochrangige Repräsentanten der Sozialpartner, der Länder, der Sozialversicherung und der forschenden pharmazeutischen Industrie gemeinsam mit Experten in sieben Arbeitsgruppen, welchen Beitrag jeder der Partner in diesem Reformprozess leisten kann und muss.

Trotz der großen thematischen Bandbreite kristallisierten sich letztendlich ähnliche Forderungen und Zielsetzungen heraus:
Vorranging sind - neben der unbedingt notwendigen Hebung von Effizienzpotenzialen - eine bundesweit einheitliche Gesetzgebung, eine koordinierte Planung vor allem in Zusammenhang mit Spitalsambulanzen, ein höheres Maß an Transparenz, die Umsetzung des elektronischen Gesundheitsaktes und eine bessere Qualitätssteuerung mit dem vorrangigen Ziel einer sehr viel stärkeren Patientenorientierung. Eine Arbeitsgruppe formulierte als erklärtes Ziel, die Anzahl der gesunden Lebensjahre in Österreich von derzeit 58,8 - das sind fast 3 Jahre weniger als der EU- Schnitt - bis 2020 um ganze 5 Jahre zu steigern.

Einig waren sich alle Teilnehmer darin, dass es noch mehr als bisher nötig ist, Gesundheitsförderung und Prävention in den Mittelpunkt der Diskussion - und der daraus resultierenden Verbesserungen - zu stellen. Hierfür bedürfe es aber zuerst einer Klärung der Zuständigkeiten samt klarer Aufgabenverteilung sowie die Höhe der zur Verfügung stehenden Budgetmittel. Zudem müsse das Themenfeld Prävention im Kontext bildungspolitscher Maßnahmen gesehen und in diesem Bereich verankert werden.

Optimistisch zeigten sich hochrangige politische Vertreter hinsichtlich der Umsetzung einer bundesweit einheitlichen Gesetzgebung und koordinierter Planung. Als Zeitrahmen wurde in diesem Zusammenhang ein Jahr, das heißt Herbst 2012, genannt.

Martin Gleitsmann, Mitinitator der WKÖ-Plattform Gesundheitswirtschaft, zu den Ergebnissen der Arbeitsgruppe: "Wir haben zwar ein gutes und leistungsfähiges Gesundheitssystem, das aber im Vergleich von Aufwand und den erzielten Ergebnissen zu teuer ist. Die Player in diesem Bereich müssen stärker als bisher vom Analyse- und Ankündigungs- in den Umsetzungsmodus wechseln."

Mit Blick auf die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen betonte Evelyn Schödl, Präsidentin des Forums der pharmazeutischen Industrie (FOPI):
"Diese bilden eine tragfähige Grundlage für Reformen im Gesundheitssystem, die wir mit unseren Erfahrungen und Know-How weiter unterstützen wollen." Beide Veranstalter sind optimistisch, mit diesem innovativen Dialog einen Beitrag zum Ziel der Steigerung der gesunden Lebensjahre durch patientenorientiere Reformen leisten zu können. (JR)

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