Abfall als Geschäft - Illegale Sammler entziehen der österreichischen Wirtschaft Rohstoffe

Die kommunale Abfallwirtschaft klärt über illegale Abfallsammler auf

Wien (OTS) - "Durch die Tätigkeit von illegalen Sammlern entgehen der österreichischen Abfallwirtschaft Einnahmen aus dem Altstoffverkauf und der produzierenden Wirtschaft gehen wertvolle Rohstoffe verloren", warnt Bgm. Josef Moser, der Obmann der ARGE Österreichischer Abfallwirtschaftsverbände. "Auch wenn in einem EU-Forschungsprojekt der Universität für Bodenkultur die Fakten anders dargestellt werden, bleibt die Tätigkeit dieser Personen, die Abfälle aus Haushalten ohne Sammlergenehmigung sammeln, gesetzeswidrig."

Der Burgenländische Müllverband reagiert seit Anfang Juli mit einer Aufklärungskampagne gegen diese illegalen Sammlungen. Die dabei auch eingeschaltete Polizei führt im Rahmen der Verkehrskontrollen ebenso Überprüfungen nach dem Abfallwirtschaftsgesetz durch und hat nun wiederholt Abfälle beschlagnahmt.

Der Geschäftsführer des Burgenländischen Müllverbandes, Johann Janisch, erklärt den Grund für die Aufklärungskampagne: "Die Aktivitäten der illegalen Sammler und auch die Beschwerden aus der Bevölkerung und den Gemeinden haben zuletzt stark zugenommen. Es kommt teilweise zu Belästigungen, Beschädigungen und Verunreinigungen. Die Haushalte werden mittels Hauswurfsendung aufgefordert, Gebrauchsgüter, die sie nicht mehr in Verwendung haben, zur Sammlung vors Haus zu stellen. Viele Hauseigentümer folgen dieser Aufforderung in der Hoffnung, nicht mehr benötigte Geräte ohne viel Aufwand los zu werden. Sehr oft werden die zur Abfuhr bereit gestellten Gegenstände jedoch nicht abgeholt bzw. suchen sich die illegalen Sammler nur jene Dinge aus, die sie haben möchten. Der Rest bleibt auf öffentlichem Grund zurück.Dies führt zu einer massiven Beeinträchtigung der Umwelt und zu unnötigen Aufregungen in den betroffenen Gemeinden. Die Illegalität dieser Handlung birgt ein Haftungsrisiko für die Übergeber (Haushalte), die Übernehmer der Abfälle (illegale Sammler) wie auch für die Gemeinden/Städte bzw. die Gemeindeverbände. Die Aufklärungskampagne soll darauf hinweisen, dass die Überlassung von Abfällen an illegale Sammler gesetzwidrig ist und eine Umweltgefährdung darstellt, da weder der sachgemäße Umgang mit den Abfällen noch deren umweltgerechte Entsorgung gewährleistet ist".

Mit dem Weiterverkauf der Waren und teilweise "bedenklichen Verwertung" der Rohstoffe (hauptsächlich Metalle) verdienen sich vor allem sozial schwache Gruppen aus Ungarn, Slowakei, Polen und anderen östlichen Nachbarländern ihren Lebensunterhalt und werden daher von Politikern ihrer Heimatländer unterstützt.
Das Konzept der Forscher an der Universität für Bodenkultur zur Legalisierung dieser Sammlungen in Österreich ist aber praktisch nicht umsetzbar, da der Abfallbegriff nach dem Abfallwirtschaftsgesetz oder die Zulassungskriterien zur Abfallsammelgenehmigung geändert werden müsste. Dies wird weder auf EU-Ebene noch im österreichischen Umweltministerium beabsichtigt. "Die österreichische Abfallwirtschaft kann nicht soziale Probleme in Nachbarländern lösen", meint Obmann Moser.

Derzeit ist die kommunale Abfallwirtschaft aufgefordert, die letzte Änderung der EU Abfallrahmenrichtlinie bezüglich einer Verstärkung von Wiederverwendung und Reparatur umzusetzen. Daran wird gearbeitet. Auf Altstoffsammelzentren sollen Lagerbereiche für die Sammlung von noch gebrauchsfähigen oder reparaturwürdigen Gegenständen geschaffen werden, die an Reparatur-Betriebe oder den Gebrauchtwarenhandel weitergegeben werden. Bei diesen Verwertungsstellen können alle Interessierte (auch Händler aus Nachbarländern) zu günstigen Preisen gebrauchte Waren kaufen.

"Die kommunale österreichische Abfallwirtschaft ist im Interesse der Bürgerinnen und Bürger bemüht, einen geordneten Umgang mit Altstoffen und Abfällen so zu organisieren, dass weder die Gesellschaft noch die Umwelt zu Schaden kommen", erklärt Moser abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ARGE österreichischer Abfallverbände
p. A. ÖWAV, Marc Aurel-Straße 5
A-1010 Wien

Ansprechpartner:
ARGE-Bundes-Obmann Bgm. Ing. Josef Moser:
josef.moser@umweltprofis.at
Tel.: +43664 6125020

ARGE-Bundeskoordinator Dr. Johann Mayr
Tel.: +43664 390 97 20
E-Mail: hans.mayr@argeabfallverband.at
www.argeabfallverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ABF0045