Küberl für "erwachsenes Verhältnis" zwischen ORF und Politik

Kirchenvertreter im ORF-Publikums- und Stiftungsrat nach Wrabetz-Wiederwahl: "Qualitätsoffensive" für ORF eins wünschenswert

Wien, 09.08.11 (KAP) Eine "Qualitätsoffensive", eine Vertiefung des öffentlich-rechtlichen Selbstverständnisses und einen weiterhin hohen Stellenwert religiöser Sendungen erwartet sich Caritas-Präsident Franz Küberl für die Zukunft des ORF. Wie das langjährige Mitglied im ORF-Publikums- und Stiftungsrat am Dienstag nach der Wiederwahl von Alexander Wrabetz zum ORF-Generaldirektor im Gespräch mit "Kathpress" betonte, halte er es auch für ganz wichtig, ein "erwachsenes Verhältnis" zwischen ORF einerseits und Parteipolitik andererseits zu etablieren, bei dem die Zuständigkeit des jeweils anderen Bereiches respektiert wird. Hinsichtlich seiner Unabhängigkeit werde das größte Medienunternehmen des Landes "immer auf dem Prüfstand" stehen, sagte Küberl.

Wrabetz wurde am frühen Nachmittag vom ORF-Stiftungsrat mit 29 von 35 Stimmen in seiner Funktion bestätigt. Vorangegangen war ein Hearing der beiden Kandidaten - neben Wrabetz auch ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz -, bei dem die Vorstellungen beider Bewerber um das Amt des Generaldirektors ausführlich diskutiert wurden.

Küberl bewertete die Gespräche im Stiftungsrat als wichtig und inhaltlich ergiebig. Wrabetz habe sein Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre vorgestellt, auch von Wehrschütz seien viele Ideen eingebracht worden, die den Stiftungsrat in den nächsten Monaten noch beschäftigen werden. Dessen längstdienendes Mitglied - Küberl ist bereits seit 1998 in den höchsten ORF-Gremien vertreten -betonte, dass zuletzt zu Unrecht viel Hohn über das Gremium ausgegossen worden sei. Für ihn habe sich gerade am Wahltag wieder bestätigt, dass der Stiftungsrat ein kompetentes Gremium ist, das seine Funktion verantwortungsvoll wahrnimmt.

Zur zuletzt vieldiskutierten Einflussnahme der Regierung auf die Besetzung höchster ORF-Funktionen und das Programm sagte der Caritas-Chef, zwischen dem wichtigsten öffentlich-rechtlichen Medium und der Politik werde es immer wechselseitige Einflussnahme geben. Aus seiner Sicht habe der ORF in den vergangenen Monaten bewiesen, dass auf dem Unabhängigkeits-Prüfstand Beachtliches erreicht wurde. Dass sich mit Wrabetz lediglich ein Kandidat mit aussichtsreichen Chancen beworben habe, könne man bedauern, sei aber sicher nicht dem jetzt mit großer Mehrheit Wiedergewählten anzulasten: "Er hat ja aufgezeigt."

Hinsichtlich der religiösen Programme im ORF lobte der von der Österreichischen Bischofskonferenz in den Publikumsrat entsendete Caritas-Präsident (der dann in der Folge in den Stiftungsrat gewählt wurde) die "exzellente Art und Weise, wie der ORF mit Religion umgeht". Eine Qualitätsoffensive solle in Zukunft vor allem "ORF eins" gelten. Insgesamt gebe es "nach wie vor exzellente Leute und eine ganze Menge an sehr guten Programmen" im ORF, so Küberl.

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