Caritas: Landau fordert Systemwechsel bei der Pflege

Angehörigen-Regress ist Schritt in die falsche Richtung

Wien (OTS) - Angesichts der aktuellen Pflege-Debatte fordert
Michael Landau, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, einen grundlegenden Systemwechsel in der Finanzierung der Pflege, weg von der Sozialhilfe-Logik und hin zu einer solidarischen Finanzierung. "Pflegebedürftigkeit ist ein Lebensrisiko, das wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit jeden treffen kann und das daher solidarisch abgesichert werden muss. Die Wiedereinführung des Angehörigen-Regress wie in der Steiermark ist ein Schritt in die falsche Richtung". Menschen die in der Situation sind, sich um ihre hochbetagten Angehörigen zu sorgen, würden zusätzlich noch in eine finanzielle Notlage gebracht. Es kann nicht sein dass jemand erst zum Sozialfall werden muss um Unterstützung zu bekommen, so Landau.

Eine reformierte, zweckgebundene Erbschaftsteuer zur Pflegefinanzierung ist hier eine Möglichkeit, die ebenso diskutiert werden muss wie der Vorschlag von Finanz-Staatssekretär Andreas Schieder zur Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage bei Kranken- und Unfallversicherung. Anstatt kurzfristiger Maßnahmen auf dem Rücken Angehöriger braucht es langfristige und nachhaltige finanzielle Absicherung menschenwürdiger Pflege. Es darf hier kein Ping-Pong-Spiel zwischen Bund und Ländern geben. Vielmehr muss sich jede Maßnahme an den Betroffenen, den Pflegebedürftigen wie den Angehörigen, orientieren.

Die aktuelle Diskussion zeigt, wie wichtig ein echter Pflegefonds mit österreichweit einheitlichen Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzierungsstandards ist. Nach wie vor fehlt hier ein zukunftsfähiges Pflege-Gesamtkonzept, kritisiert der Caritasdirektor.

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Julia Eisinger
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