ÖH Uni Wien: Eingeschlagene Richtung in Debatte ist unerträglich!

Marktorientierung und selektiver Unizugang verunmöglichen umfassende Bildung

Wien (OTS) - In den vergangenen Tagen haben sich zur Forderung
nach einem rigider beschränkten Hochschulzugang Personen wie Minister Töchterle, LH Burgstaller, WK-Präsident Leitl oder Laura Rudas zu Wort gemeldet. Gemeinsam ist ihnen allen das Bestreben, sich mit Vorschlägen zu Selektionsverfahren und Gebührenpflicht zu übertrumpfen.

Dabei scheinen sich Wirtschaftskammer, ÖVP und SPÖ einig darüber zu sein, die öffentliche Meinungsbildung dahin zu lenken, dass universitäre Bildung einer kruden Marktlogik unterworfen werden muss. Damit soll die Entscheidungsfreiheit über das eigene Lernen und den Berufswunsch der Vergangenheit angehören. Forderungen nach Studiengebühren, Beschränkung von Studienplätzen und Hierarchisierung von Studienfächern dominieren die Debatte.

Für das Vorsitzteam der ÖH Uni Wien steht fest: nicht eine Abschwächung dieser Forderungen, sondern ein Richtungswechsel ist das Ziel!

Zu Studiengebühren äußert sich Julia Kraus: "Es darf nicht Realität sein, dass diese Einzelpersonen über Wissen wie eine Ware verfügen wollen, die sie feilbieten könnten. Spindeleggers und Leitls Ansichten über eine Vorgabe von oben, welche Studienrichtungen erstrebenswert seien, sind autoritär und kurzsichtig."

Dem kann sich Kübra Atasoy nur anschließen: "Wo ist der Sinn einer kritischen universitären Bildung, wenn nur jenes Wissen als passabel geschätzt wird, dass sich gut verkauft? Dieser Dynamik muss entgegengesteuert werden, weil sie Schritt für Schritt Studiengänge, innovative Methoden und kritisches Hinterfragen abdreht."

"Die Bundesregierung muss in Student_innen endlich mehr als Konsument_innen und verwertbare Humanressourcen sehen. Dazu ist es notwendig, mehr Instanzen als die Wirtschaftskammer in die Diskussion einzubeziehen", resümiert Maria Clar abschließend.

"Es ist das Recht aller Menschen, sich zu bilden und zwar in einem frei gewählten Schwerpunkt. Wenn das einzige Ziel ein genormtes, gleichgeschaltetes Denken ist, entziehen die genannten Akteur_innen den Hochschulen jegliche Legitimation", so Kraus, Atasoy und Clar abschließend.

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