Heute in ORF "Konkret": Greifvogelshows im Visier

VIER PFOTEN deckt grausame und illegale Praktiken auf

Wien (OTS) - Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat kürzlich eine auf wissenschaftliche Expertisen gestützte Kampagne gestartet, um die gesetzlichen und tierschutzwidrigen Missstände bei Greifvogelshows aufzuzeigen und abzustellen. Neben verbotenen, aber trotzdem gängigen Methoden, wie Anbindehaltung, Futterentzug und Handaufzucht wird auch darauf hingewiesen, dass zirkusähnliche Wildtierdressurvorführungen seit 2005 generell gesetzlich verboten sind. Heute Donnerstag um 18:30h wird das Thema in der Sendung "Konkret" auf ORF2 beleuchtet
(http://tv.orf.at/program/orf2/20110804/539340701/319701/). Alle
Infos zur Kampagne und ein Kurzfilm: www.vier-pfoten.at/greifvogel

"Wie so oft im Tierschutz wird das eigentlich recht gute Gesetz mangelhaft oder gar nicht vollzogen, weil wirtschaftliche Interessen wichtiger genommen werden", so Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Wenn ein Tanzbär in Ketten gehalten und zu Vorführungen gezwungen würde, gäbe es einen Riesenaufschrei. Die gleichen Maßstäbe müssen aber auch für Greifvögel gelten. Diese majestätischen Tiere zu brechen und zu dressierten Clowns zu degradieren ist eine Schande."

VIER PFOTEN hat im Mai dieses Jahres österreichweit Greifvogelshows nach dem Tierschutzgesetz angezeigt. Nach den Kontrollen durch die Bezirkshauptmannschaften hat sich in der Praxis jedoch kaum etwas geändert. Nach wie vor stehen viele Greifvögel -oft sogar verhaubt - mit Drahtseilen an Pflöcken fixiert und werden mit Hunger gefügig gemacht. Um sie vorführen zu können, müssen sie zusätzlich von frühester Kindheit an auf den Menschen fehlgeprägt werden. Dies führt zu extremen Verhaltensstörungen. Oft hört man die Vögel dauerhaft piepen, also um Futter betteln. Ein zusätzliches Problem sind Vorführungen oder gar das Streicheln von nachtaktiven Tieren wie Uhus. Auch dies ist ausdrücklich gesetzlich verboten und wird trotzdem behördlich geduldet. Eine untragbare Situation.

Ausdrücklich hinweisen möchte VIER PFOTEN auch darauf, dass Greifvogelshows nichts mit der eigentlichen Falknerei zu tun haben, bei der es ja um die Jagd auf lebende Beute geht. Bei der Burgfliegerei sind die Vögel jedoch speziell auf tote Beute abgerichtet, auch weil sie sich sonst von lebenden Tieren rundherum ablenken lassen würden. Gerade die Saison der Flugschauen deckt sich größtenteils mit der Zeit der Mauser, in der Greifvögel am meisten Ruhe und Futter brauchen, das sie in der Natur auch reichlich finden würden. Bei Shows sind sie jedoch strikter Nahrungskarenz und ständigem Stress ausgesetzt.

Da die Behörden die Tiere im Stich lassen, appelliert VIER PFOTEN an Menschen, denen Tiere nicht egal sind, solche Shows nicht mit ihrem Eintritt zu unterstützen.

Rückfragen & Kontakt:

Johanna Stadler
Tel.: 0664 / 122 1051

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