Abtreibung: Küng sieht "Signal in die völlig falsche Richtung"

St. Pöltner Bischof kritisiert Vorstoß des Gesundheitsministers für Abtreibungen in allen öffentlichen Spitälern - "Frauen zu Ja zum Kind ermutigen"

St.Pölten-Linz, 04.08.11 (KAP) Der Vorstoß von Gesundheitsminister Alois Stöger, Abtreibungen auch in öffentlichen Spitälern Westösterreichs zu ermöglichen, ist für Bischof Klaus Küng ein "Signal in die völlig falsche Richtung". Der in der Bischofskonferenz für Ehe und Familie zuständige St. Pöltner Bischof sagte in einer Stellungnahme am Donnerstag wörtlich: "Abtreibungen sind eine Wunde der Gesellschaft und werden von niemandem gewünscht. Das Problem ist ja weniger, dass es in Österreich an manchen Orten keine Möglichkeit gibt, Abtreibungen vorzunehmen, sondern dass Frauen vielmehr ermutigt werden sollten, zum Kind Ja zu sagen."

Statt sich darüber Gedanken zu machen, wie flächendeckende Hilfe ermöglicht wird, versuche Minister Stöger über den Weg der Finanzierung Druck auf die Länder wie auch die Kliniken auszuüben, Abtreibungen überall anzubieten. Ärzte dürften aber niemals gezwungen werden können, gegen das Gewissen Abtreibungen anzubieten, betonte Bischof Küng, der selbst ausgebildeter Arzt ist; ähnliches gelte für Spitäler als ganze.

Hingegen wäre eine - bisher in Österreich fehlende und vom Gesundheitsminister abgelehnte - Abtreibungsstatistik bzw. Motiverhebung, die "praktisch in allen europäischen Ländern üblich" sei, ein "erster Schritt in Richtung eines zeitgemäßen Umgangs mit diesem heiklen Thema". Die Anonymität der betroffenen Frauen könne -so Küng - dabei gewahrt bleiben.

"Abtreibung kein öffentlicher Auftrag"

"Abtreibung ist kein öffentlicher Auftrag", betonte die Aktion Leben Oberösterreich zum Vorstoß des Ministers. Stöger solle sich im Blick auf die Abtreibung für eine Abbruchstatistik und Motiverhebung sorgen, forderte deren Vorsitzende Doris Schulz. Dies würde Vorkehrungen treffen helfen, "damit Frauen erst gar nicht in die Situation eines Schwangerschaftsabbruches kommen".

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