ÖAMTC: Alkohol am Steuer ist nach wie vor einer der größten Risikofaktoren (Teil 2)

Im ersten Halbjahr 2011 starben 19 Personen nach Alko-Unfällen auf Österreichs Straßen

Wien (OTS) - "Alkohol am Steuer ist noch immer einer der größten Risikofaktoren im Straßenverkehr", mahnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. "Das wird leider wieder einmal durch die aktuelle Unfallbilanz untermauert." Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es laut BMI österreichweit 19 Todesopfer bei Unfällen mit alkoholisierten Beteiligten zu beklagen. Das sind um sieben Personen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Aber auch in einem anderen Punkt sprechen die Statistiken eine klare Sprache: Alko-Lenker sind meist jung und männlich. Bei rund einem Drittel aller Alko-Unfälle sind die Lenker zwischen 15 und 24 Jahre alt. "Hinzu kommt, dass nahezu neun von zehn Alko-Unfällen von Männern verursacht werden", hält die ÖAMTC-Expertin fest. Aber auch Frauen fahren immer öfter unter Alkoholeinfluss. Lag der Anteil an alkoholisierten Unfallbeteiligten bei Frauen 2007 noch bei 9,8 Prozent, so stieg er 2010 auf 12,6 Prozent (Quelle: Statistik Austria).

"Diese Zahlen machen deutlich, dass Alkohol am Steuer nach wie vor bagatellisiert wird", kritisiert die ÖAMTC-Expertin. Trotz der im Vorjahr durch die Exekutive durchgeführten 916.401 Alkovortests ist es unumgänglich, die Kontrolldichte weiter zu erhöhen. "Im Moment wird durch Verkehrskontrollen oder leider auch durch Unfälle nur ein Bruchteil aller Fahrten unter Alkoholeinfluss entdeckt", stellt Seidenberger fest. "Die Dunkelziffer ist bei weitem höher." Verstärkte Kontrollen würden zu einer Bewusstseinsbildung über die Folgen von Fahren im alkoholisierten Zustand beitragen. "Das erklärte Ziel muss sein, das Risiko, erwischt zu werden, wesentlich größer zu machen", bringt es die ÖAMTC-Expertin auf den Punkt.

Hinzu kommt, dass gerade im Zusammenhang mit Alkohol am Steuer sowohl bei Lenkern als auch bei Mitfahrenden Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage gefordert sind. Damit man nach einem geselligen Abend mit oder bei Freunden auch sicher wieder nach Hause kommt, hat die ÖAMTC-Verkehrspsychologin die wichtigsten Punkte bezüglich Alkohol und Auto zusammengestellt:

* Wer fährt, trinkt nicht und wer trinkt, fährt nicht. Vielen fehlt es nach wie vor an Bewusstsein, dass es schon durch geringe Alkohol-Mengen zu massiven Beeinträchtigungen kommen kann - daher bereits vor dem ersten Schluck eine Entscheidung treffen und gegebenenfalls zeitgerecht eine sichere Heimfahrmöglichkeit organisieren. "Keinesfalls sollte man sich an die Promillegrenze herantrinken", mahnt die ÖAMTC-Expertin.

* Keinesfalls zu einem alkoholisierten Lenker ins Auto steigen. Auch wenn er ansonsten verlässlich fährt - wenn sich ein Fahrer alkoholisiert hinters Lenkrad setzt, dann muss man als Mitfahrer die Notbremse ziehen. "Fällt es in dieser Situation auch oft besonders schwer, trotzdem unbedingt 'nein' sagen", appelliert die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.

* Nicht wegschauen, wenn sich jemand betrunken hinters Steuer setzt. "Soziale Kontrolle ist erforderlich, um Alko-Lenker vom Fahren abzuhalten", bekräftigt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Auch wenn der Betroffene beteuert, er könne noch fahren, muss man ihn unbedingt daran hindern und ihm notfalls den Schlüssel wegnehmen.

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