AK warnt vor aufdringlichen Werbeanrufen

Tipps, wie Sie sich vor aufgedrängten Verträgen am Telefon schützen können!

Wien (OTS) - In den AK-Beratungen häufen sich Beschwerden über telefonisch unterjubelte Verträge. Derzeit sind Telefon-Anbieter auf Kundenfang wie Primacall. Rund 100 Konsumenten fragten im Juli bei den Arbeiterkammern an, wie sie geschickt aufgedrängte Verträge wieder loswerden, mit denen ein Wechsel des Festnetz-Anbieters verbunden ist. Generell gilt: Telefonisch angebahnte Verträge sind nur nichtig, wenn der Werbeanruf unerbeten erfolgte - das heißt ohne vorherige Zustimmung - und wenn es sich um einen Vertrag über Lotterie-Dienstleistungen oder Gewinnspiele handelt. "Wenn Konsumenten andere abgeschlossene Verträge am Telefon bereuen, müssen sie selbst aktiv werden", sagt AK Expertin Daniela Zimmer.

Betroffene Konsumenten berichten in der AK Konsumenten-Beratung, dass sie sich keinen Vertrag aufschwatzen lassen wollten. "Telefonkeiler bahnen oft durch geschickte Fragen Verträge an, zum Beispiel wollen Sie auch billiger telefonieren?", weiß Zimmer "und so kann es passieren, dass dem Konsumenten ein Ja rausgelockt wird."

"Am besten ist es, wenn Sie sich in gar kein Werbegespräch verwickeln lassen", empfiehlt Zimmer. "Legen Sie auf, oder fragen Sie gleich nach dem Namen des Unternehmens. Melden Sie den Sachverhalt sofort dem zuständigen Fernmeldebüro, wenn Sie vorab keine Zustimmung zu diesem Werbeanruf gegeben haben." Das Formular finden Konsumenten unter www.arbeiterkammer.at/konsument. Dem Unternehmen kann eine Strafe bis zu 58.000 Euro drohen.

Haben Sie sich auf einen Werbe-Anruf eingelassen? So können Sie sich wehren:
+ Antworten Sie bei Werbeanrufen niemals mit Ja, selbst bei scheinbar harmlosen Fragen. Verträge können durch mündliche Erklärungen am Telefon zustande kommen.
+ Achten Sie in den auf einen Anruf folgenden Tagen auf Postzusendungen. Oft werden Sie so über - angeblich - am Telefon abgeschlossene Verträge informiert.
+ Bei vielen telefonisch geschlossenen Telefonverträgen haben Sie ein befristetes, kostenloses Rücktrittsrecht von sieben Werktagen -Samstag zählt nicht als Werktag. Werden Sie über Ihr Rücktrittsrecht nicht korrekt informiert, verlängert sich die Rücktrittsfrist auf drei Monate. Bei Dienstleistungen beginnt die Frist mit Vertragsabschluss. Seit Mai neu: Bei Verträgen, die durch unzulässige Werbeanrufe geschlossen wurden, beginnt die Rücktrittsfrist in der Regel erst zu laufen, wenn Sie die erste Rechnung erhalten haben.
+ Sie müssen schriftlich - am besten eingeschrieben - vom Vertrag zurücktreten. Musterbriefe finden Sie unter www.arbeiterkammer.at/konsument.
+ Bei Festnetzverträgen bedenken Sie: Ein Vertragsrücktritt beendet oft nicht automatisch eine vereinbarte Betreibervorauswahl (Anrufe werden weiterhin ohne Eingabe einer Betreiberkennziffer vor jedem Telefonat über den neuen Anbieter abgewickelt). Unter der Rufnummer 06210000 können Sie abfragen, über welchen Betreiber Sie im Moment telefonieren. Kümmern Sie sich im Zweifel selbst um die Rücknahme der Vorauswahl durch A1-Telekom Austria. Ein Formular dafür gibt s auf der AK-Website.
SERVICE: Mehr Tipps unter www.arbeiterkammer.at/konsument.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Doris Strecker
Tel.: (+43-1) 501 65-2677, mobil: (+43) 664 845 41 52
doris.strecker@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0002