"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Arbeit geht nicht aus"

Österreich hat die niedrigste EU-Arbeitslosigkeit. Aber zurücklehnen wäre falsch.

Wien (OTS) - Immer wenn sich die Regierung stolz auf die Brust klopft und auf "ihre" Erfolge auf dem Arbeitsmarkt verweist, ist Skepsis angebracht. Die Erfolge der Unternehmen und der Einfluss der Konjunktur sind entscheidender als das segensreiche Wirken der Politik.
Österreichs EU-weit niedrigste Arbeitslosenquote ist aber ausnahmsweise wirklich ein Grund zur Freude (siehe Seite 7). Denn mit Statistik-Schmähs aller Art arbeiten fast alle EU-Länder. Und auch unfreiwillige Teilzeit, prekäre Arbeit, sinnvolle bis sinnlose Schulungsprogramme, hoch subventionierte Jobs für Benachteiligte oder den allseits beliebten Pfusch kennen alle.
Jede Statistik ist aber nicht mehr als eine Momentaufnahme und ein Zurücklehnen wäre daher falsch. Etliche Herausforderungen liegen noch vor uns: Die Wirtschaft warnt zu Recht vor dem Damoklesschwert des Fachkräftemangels. Ökonomen warnen eindringlich davor, dass die Konjunkturerholung schon bald Vergangenheit sein dürfte. Und dass Ältere oder Wiedereinsteigerinnen nicht von der jetzigen Erholung auf dem Arbeitsmarkt profitieren, ist auch nicht zu leugnen. Die Arbeit für den Arbeitsmarkt geht der Regierung also sicher nicht aus.

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