Leitl: Arbeitsmarkt am Weg zur Vollbeschäftigung - Damoklesschwert Fachkräftemangel

Arbeitsmarktdaten sind Ergebnis der Leistungen der heimischen Unternehmen - trotz Freude über Platz 1 unter EU-27 Warnung wegen Fachkräftemangel

Wien (OTS/PWK564) - Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl nimmt die heute präsentierten Arbeitsmarkt-Daten zum Anlass, die Leistung der heimischen Betrieben hervorzuheben: "Diese Zahlen sind eine beeindruckende Leistungsschau unserer Unternehmer. Sie bieten den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern deutlich mehr Beschäftigung als noch vor einem Jahr." Besonders beeindruckt zeigt sich Leitl von den Lehrlingszahlen. Während in vielen anderen Staaten die Erholung von der Krise ein Aufschwung ohne Jobs sei, gehen in Österreich Wirtschaft und Arbeitnehmer Hand in Hand: "Wir haben den richtigen Weg zur Vollbeschäftigung eingeschlagen." Erfreulich sei auch, dass Österreich bei der Arbeitslosenquote unter den 27 Ländern der EU mit nur 4% im Juni wieder auf Platz eins vor den Niederlanden und Luxemburg zurückgekehrt ist.

Leitl warnt aber gleichzeitig vor einem "würgenden Mangel" an Fachkräften. Die aktuellen Zahlen von Mai und Juni zeigen, dass nur 13.000 Arbeitskräfte zusätzlich aus den neuen EU-Staaten nach Österreich gekommen sind und das mit fallender Tendenz. "Der prognostizierte Ansturm aus dem Osten ist definitiv ausgeblieben. Nicht einmal ein Lüftchen weht. So kann der bestehende und künftig zu erwartende Fachkräftemangel nicht behoben werden." Leitl sieht den Mangel an Facharbeitern als Damoklesschwert über dem heimischen Arbeitsmarkt: "Wenn die Betriebe die Arbeitnehmer nicht finden können, die sie benötigen, um ihre Aufträge zu erfüllen, dann wird der Fachkräftemangel rasch zur Wachstumsbremse." In diesem Zusammenhang verweist der Wirtschaftskammerpräsident auf jene knapp 10.000 Jugendlichen, die jedes Jahr ihre Schulpflicht beenden und danach keine weiterführende Ausbildung in einem Betrieb oder einer Schule beginnen: "Auf diese Jugendlichen kann die Wirtschaft nicht verzichten. Jeder junge Mensch braucht in Österreich eine Ausbildung." Deshalb tritt Leitl vehement für eine Bildungsreform ein, die eine mittlere Reife vorsieht und die Talente und Begabungen der Schüler individuell fördert sowie ihre Schwächen ausgleicht. Denn vor allem in Mathematik und der Lesekompetenz bemängeln viele Betriebe die Schwächen ihrer Lehranfänger. (AC)

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