Neues Volksblatt: "Narrenkappe" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 1. August 2011

Linz (OTS) - Gerade noch waren so manche Meinungsbildner damit beschäftigt, nach der Ortstafellösung ihre Ansicht über den mittlerweile wieder blauen Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler zu revidieren, da macht dieser eine Kehrtwendung und legt die staatsmännischen Klamotten wieder ab. Gewerkschaften abschaffen und damit den Arbeitnehmern helfen, Geld zu sparen, so der simple Schluss des Kärntner Milchmädchenrechners. Mit der selben krausen Logik könnte Dörfler auch den Kärntner Heimatdienst auflösen, weil schließlich der Landeshauptmann selbst oberster Schutzherr der Interessen seines Bundeslandes ist.
Das wirklich Bedenkliche an diesem Anfall von Banal-Populismus (der übersehen lässt, dass man über das Selbstverständnis der roten Kammerfunktionäre tatsächlich diskutieren kann) ist das rechtsstaatliche Verständnis des FPK-Politikers. Den Korruptionsprozess gegen seinen Parteiobmann Uwe Scheuch (siehe Kasten rechts) hat er als "Schauprozess" und "Polit-Justiz" bezeichnet und kundgetan, dem Urteil keine Bedeutung beizumessen, Ortstafeln hat er (im Zustand rechtlicher Unwissenheit) verrückt, Gewerkschaften will er auflösen: wer so tickt hat die Narrenkappe schon auf, noch ehe der Fasching begonnen hat.

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