ÖGJ gegen Zwei-Klassen-Studiengebühren, aber für erstklassige Uni-Angebote

Studierende brauchen Lehrveranstaltungen am Abend und längere Uni-Öffnungszeiten - aber sicher keine Studiengebühren

Wien (OTS/ÖGB) - "So stellt sich Michael Spindelegger die freie Bildungswahl vor: Wer Geld hat, darf sich aussuchen, was er studiert, wer keins hat, muss nehmen, was übrig bleibt", kritisiert Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), den aktuellen Zwei-Klassen-Studiengebühren-Vorschlag des Vizekanzlers. Abgesehen davon, dass er sozial ungerecht ist, ist er auch wirtschaftlich nicht zielführend: "Dass die Politik nur schlecht voraussagen kann, welche Studien ein paar Jahre später gute Beschäftigungschancen bringen werden, hat schon Ministerin Gehrer bewiesen, als sie wegen mangelnder Jobs jungen Menschen von Lehramtsstudien abgeraten hat - die Folge war ein Lehrermangel", so Michlmayr.++++

Die ÖGJ fordert die gänzliche Abschaffung aller Studiengebühren. "Schon heute ist die finanzielle Situation für viele ein KO-Kriterium bei der Entscheidung für bestimmte Studienrichtungen - oder überhaupt für die Entscheidung, zu studieren", sagt Michlmayr. Deshalb müsse mehr Geld vom Staat ins Bildungssystem gepumpt werden. Besonders für die große Mehrzahl der Studierenden, die berufstätig sein müssen, um sich ein Studium leisten zu können muss es Verbesserungen geben: "Die arbeitenden Studierenden brauchen erstklassige Angebote wie Lehrveranstaltungen am Abend und am Wochenende, Institute und Bibliotheken mit langen Öffnungszeiten sowie Kinderbetreuungseinrichtungen an den Unis - aber sicher keine Studiengebühren."

Darüber hinaus spricht sich die ÖGJ gegen Studienplatzbeschränkungen, auch innerhalb der dreigliedrigen Studienarchitektur, aus, da diese den Zielen eines an Durchlässigkeit orientierten Bildungssystems widersprechen. Michlmayr: "Das Bildungssystem übt sich eher im Aussortieren als im Fördern. Damit muss endlich Schluss sein. Eine ausreichende und gute Bildung ist das Kapital aller jungen ArbeitnehmerInnen. Was jetzt in die Bildung investiert wird, sind nicht die Schulden unserer Kinder und Kindeskinder, sondern sinnvolle und unumgängliche Investitionen, gerade auch für deren Zukunft."

Die ÖGJ fordert:

+ Den uneingeschränkten Zugang zum tertiären Bildungsbereich
+ Die gänzliche Abschaffung der Studiengebühren
+ Die Rücknahme der Zugangsbeschränkungen
+ Mehr Durchlässigkeit zwischen den Bildungssystemen Schule - Lehre -Universitäten
+ Erhöhung der Bildungsinvestitionen zumindest auf OECD-Schnitt von 6,2 Prozent des BIP (derzeit 5,4 Prozent)
+ Die jährliche Anpassung der staatlichen Stipendien um mindestens die Höhe der Inflation
+ Bessere Bedingungen für berufstätige StudentInnen: mehr Abend- und Blockveranstaltungen sowie bedarfsgerechte Öffnungszeiten von Bibliotheken
+ Kostenlose, ganztägige sowie ganzjährige Kindergärten mit entsprechendem pädagogischem Konzept

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